Ist Mut blauäugig?
Gestern Abend habe ich einen Anruf von einer Freundin erhalten, die ich als eine der mutigsten Frauen betrachte, die ich kenne. Sie hat es allein geschafft, ihren Sohn groß zu ziehen und das in widrigen Umständen. Immer kämpfen, nie loslassen, ist ihre Devise. Ein Beispiel, dem man nur folgen kann. Dennoch waren Zweifel in ihrer Stimme zu hören. Sie fragte sich, mit einem gewissen Recht, ob ihr Mut nicht zu blauäugig sei? Ob sie mit harten Parolen die Lage weiter meistern könnte? Völlig neue Töne, die mir eine innere Unsicherheit verrieten. War ihr unbeugsamer Glaube an die Zukunft erschüttert? Mit über 65 steht man ganz schön allein mit seinen Problemen da, war die Aussage. Mit ihrer minimalen Rente würde sie doch nicht weit kommen. Das Ersparte würde sie im Nu verbrauchen, und dann?
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