Am Bootssteg
Am Bootssteg
Sie saß am Ende des alten Bootsstegs, ließ die Füße im Wasser baumeln. Um uns herum die bewaldeten Berge Wyomings. Ihr schulterlanges graues Haar trug sie offen, es wehte leicht in der sanften Brise. Ich überlegte lange, ob ich zu ihr hingehen sollte, war sie doch augenscheinlich im Gedanken versunken, ganz weit weg. Als ich mich näherte, fragte sie: „Wer bist du, Fremder? Dein Haar grau, wir hegen die gleichen Gedanken …“
Es war verblüffend, sie konnte mich nicht gesehen haben. Wie konnte sie also mein Alter einschätzen?
„Ich bin Jeremy Baker. Woher kennst Du die Farbe meines Haares?“
Sie lachte.
„Es ist die Art deines Ganges. Noch kein Greis, und doch fehlt der Schwung der Jugend!“
Nun, dem war nichts hinzuzufügen. Mit achtundfünfzig Jahren war man schließlich nicht mehr der Jüngste.
„Meine Gedanken? Ich denke über das Fortschreiten der Zeit nach.“
„Die Zeit ist da!“
„Sicher ist die Zeit da, aber sie vergeht auch.“
„Wer weiß …“
Mystik überfiel mich. Wer war sie?
„Was tust du?“
Neugierde musste ihr Begleiter sein, ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen.
weiterlesen »
