Wenn es bei Stammtischen eines gibt, dann ist es das Phänomen, dass ihnen nie die Diskussionsthemen ausgehen. Ein Wiedersehen mit den beiden alten Herren birgt alles andere als Langeweile. Im Rentendasein hat man einfach die Chance, sich intensiv über Printwerk und Fernsehen über die Geschehnisse, die die Deutschen bzw. die Welt bewegen, zu informieren. Und, na ja, seit geraumer Zeit ist ja auch noch dieses Internet dazugekommen. Man ist ganz modern, googelt!
Wie Hans Horst zu berichten weiß, schimpfte ihn neulich seine Gattin Else mitten in einer interessanten Reportage aus. Sie war beim Staubwischen, entdeckte eine beachtliche Staubschicht auf dem doch nicht ganz so billigen Familienlexikon. Alle Ausflüchte nutzten nichts! Der Vorwurf des mangelnden Gebrauches der Buchreihe beruhte auf Tatsachen. Man(n) war überführt! Else hatte einen scharfen Verstand und eine gute Kombinationsgabe. Zog sie doch aus dem zustaubenden Nachschlagewerk und dem vernachlässigten Garten den Schluss, ihr Gatte sitze definitiv zu lange vor diesem Computer. Früher habe man solches Teufelswerk nicht gehabt, da zählte die Familienunterhaltung noch etwas. Angeblich habe Hans eine musikalische Begabung, wehrte sich aber seinerzeit vehement, Klavierstunden zu nehmen. Welche Verschwendung! Betrachte man, wie behände die Finger des Ehemannes über die Tasten dieses Computers flogen, könne man kaum glauben, dass diese nicht in der Lage sein sollten, auch ein Musikinstrument entsprechend zu streicheln. Die beiden lachen, prosten sich beim ersten Bier zu.
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