Archive S.Läps: Tick

ADM, s. e.: Uli – z. B.

ADM, s. e.: Uli – z. B.

Kürzl sind was Schönes. Schulkinder und Jugendliche lieben sie, Behörden eben­falls. Sogar eine Kurz-Schrift gibt’s; die erfreut sich allerdings geringerer Beliebtheit.
Die P.A., die Psycho-Analyse, wird hierzu nicht greifen. Dafür sind die Fun­damente dieser Liebe zu unterschiedlich verankert. Schulkinder sind freilich kindlich. Von Behörden lässt sich das weniger behaupten. Zumindest werden sie sich nicht nachsagen lassen wollen, sie seien kindisch. Und der Herr Gabelsberger tät sich im Grab dage­gen verwahren, Steno für kindlich oder gar kindisch zu halten.

Abgesehen davon, P.A. – mit einem Punkt hinter jedem Versal – hat der 'Kürzl-DUDEN' verschlafen. Ohne Punkte füllen die zwei Buchstaben jedoch eine viertel Spalte. Vermut­lich hat sich daraufhin der zuständige Redakteur in eine P.A. begeben müssen. Dort gibt’s keine Punkte; die werden alle zu Flecken breitgebaazt. Die darf er dann analysieren.

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Dixi Land

Dixi Land

"UnwissnSe, in fuffzehn Jahrn hammSe n'Altenfaktor von annähernd viazich Prozent! – Hamm unsre Evaluierungen ergeben.
Wia sprechen da nich mehr vom Sportabzeichen-Rentner, Dam-un-Hean! Neehehe, das sind dann die geriatrischen Fälle …!
WissnSe. was das heißt!? Ja …?
O.K.!
Awa: Die hamm das Kapital für ihre Freizeitgestaltung. Auch wennse se nur evident eingeschränkt ausgeübt werden!"

"Ha-jo, mir wisset, was des hoißt!
Herrschafta, ii fass noamol zema: Dr Doktr Schittr …"

"Schütä! SCHÜTÄ! Dr. Nils SCHÜTER!"

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Dear David, …

Dear David,

How R U? I hope fine!
Wasn't it a lucky day for you, was it? No more responsibility for the crowds – these Krauts, no more these shitty yellow faces – you know, who!
By the way: May be, my letter is not p.c. at all. But I hope, you didn't expect a love letter!
O.K., let's talk about the subject:
Did I preaching all these times you have to read which story? Over and over especially before elections?
Righty-right! The ancient story from David und Goliath!

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Januar 26th

Humor

Politik

S.Läps: Tick

“Frauen-Power”

"Frauen-Power"

Funktionieren muss sie, eine Waffe, und zwar idealerweis in jeder Situation – so wie eine AK-47. Damit ist ihre Wirksamkeits-Hürde allerdings erst anvisiert. Die kann auch nur bewältigt werden, wenn gleichzeitig eine fachgerechte Bedienung gewährleistet ist.
Genau dort verbirgt sich in der Regel die schwächste Stelle; stress point nennt das der Techniker. Die Bedienung versieht nämlich der Mensch. Und der verschaut sich schon ab und zu. Tschernobyl ist eins der spektakulärsten Beispiele dafür.
Jede Militärführung weiß darüber natürlich Bescheid. Schließlich besteht sie ja selbst aus Menschen – angeblich; einer Sonderform, gewiss, aber der zuständigen Wissenschaft zufolge der Gattung homo zugehörig.

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Januar 12th

Mensch

Politik

S.Läps: Tick

Der Seher

Der Seher

Der Alex versteht die Welt nicht mehr.
Was hat er sich Arbeit gemacht mit diesem Konzept! Und jetzt soll das alles für die Katz gewesen sein?
Dafür fegt ihn derzeit jeder an.
Nein, freilich nicht persönlich! Ist ja auch "alles nicht persönlich gemeint". Sagen sie. Die fachkundigen Kommentare gewisser Kollegen kann er dann täglich in der Zeitung lesen und im Radio hören.
Fernseher hat er keinen. Seine Frau hat ihn abgeschafft; wegen dem Kind. Fernsehen macht doof. Und dick. Er erinnert sich noch mit Grausen an seinen Babyspeck vor ein paar Jahren Schließlich wollt er nie-nie-nie wie der Gabriel werden. Äh, Moment, was ist der jetzt: dick oder doof?
Mann! Diesmal war die Mutti wirklich "vaschdimmt":
"Wennde det Scheif nochma erfählft, jebick da eene hinta de Löffel! Rotzlöffel!"
Natürlich haben sie ihm zuerst alle fleißig zugeredet, den Medien-Auftritt auszuarbeiten. Der Chef in erster Linie.

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September 1st

S.Läps: Tick

Sommernachtswünsche

Sommernachtswünsche

Er tupft den Rasierpinsel in handwarmes Wasser und zieht dann damit einige Pirouetten auf der Rasierseife. Die anschließenden Pinsel-Bewegungen im Gesicht führt er sowohl streichend als auch rotierend aus. Allmählich erreicht der Rasierschaum die Steifigkeit, die der Konditor beim Ei-Schnee schnittfest nennt.
Wenn man mit dem Finger auf den Vollmond zeigt, heißt es, besteht die Gefahr, mit diesem Finger einen Engel zu erstechen; zur Strafe soll dann der Finger steif werden.
Er grinst; der Mond-Fetischist aus der Nachbarschaft fällt ihm ein:
Anlässlich einer Hof-Party für die Anwohner-Gegend vor einigen Jahren haben einige Damen diese Warnung kolportiert, und einen älteren alleinstehenden, distinguiert wirkenden Herrn damit sehr beeindruckt.

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August 25th

S.Läps: Tick

Kunze und der Biber

 

Kunze und der Biber

Zwei aufgebohrte Haiku und ein entarteter Limerick in der Form einer wulst-keramischen Vase zum "Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Frühwald" am 6. November 2009 über "das Werk Reiner Kunzes", seine Koi-Bilder und einen Seerosen verkennenden Biber anlässlich der "13. Landshuter Literaturtage":

Seerosen-Blüten
sind wahrscheinlich für Biber und Koi
nicht unbedingt neu ….

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August 18th

S.Läps: Tick

Stadt, Land, Fluss

Stadt, Land, Fluss

Dem betulichen Biber unterstellt man gern eine schwäbische Herkunft. Er spricht, wie man inzwischen weiß, garantiert kein Hochdeutsch und ist im Hausbau emsig bei der Sache.
Zudem mögen Assoziationen mit der Bahnhofstation Biberach aus den Zeiten der "Schwäbischen Eisenbahn" eine Rolle spielen. Denn natürlich wird das gute Tier gradso ausgesprochen, wie die ersten beiden Namen-Silben dieser schwäbischen Kleinstadt.
Demgegenüber erklärt das vielleicht, warum ein schwäbischer Germanistik-Professor bei der Werk-Rezension eines renommierten niederbayrischen Dichters ausgerechnet den Biber als Ignoranz-Beispiel gegenüber Seerosen-Anmut bemüht. Sein wahrer Beweggrund wird aber wohl – trotz epischem Gestrampel in der Ausführung – auch letztlich ihm selbst ein Geheimnis bleiben.

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August 11th

S.Läps: Tick

Die Hundeschule

Die Hundeschule

Er knurrt im auf- und abschwellenden Rhythmus. Und dann schüttelt er sein Apportl, dass es ihm nur so um die rosigen Öhrchen patscht. Ein feiner Sprühregen umgibt ihn.
Der Putzi weiß ganz genau, was ein Hund alles macht. Muss er! Sein erklärtes Ziel ist schließlich, Wau-Wau sein. Jeden Tag. So oft's geht.
Ein Apportl gehört einfach ordentlich durchgeschüttelt. Wenn man dann will, dass es einem abgejagt wird, muss man richtig laut knurren. Der Strolchi und sein Fraule machen das oft. Und was die immer für eine Gaudi dabei haben!
Die Tante am Kaffeetisch fuchtelt mit der Kuchengabel. In sichtbarer Anstrengung drückt sie ihren Kuchenbissen durch den Schlund. Man hört ihren Bemühungen den festen Willen an, Kuchen und Rede auf dem schnellsten Weg aneinander vorbei pressen zu können. Der Kuchenbissen schlägt hörbar auf, mit der leeren Kuchengabel richtet sie eine Terz-Einladung gegen den Wau-Wau:

»Ach, iss DER süß! Zwei Jahre wara jetzt, oder?
Ääh, sachma, was hatta denn im Mund?«

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August 4th

S.Läps: Tick

Organ-Spenden

Organ-Spenden

"Guten Abend, meine lieben Freunde!

Heute möchte ich mich mit Ihnen über die Gruppe der Organe unterhalten.
Organe, meine lieben Freunde, treten noch relativ häufig auf. Trotzdem sind sie in ihrer Umgebung zum Teil höchst gefährdet.
Ich habe Ihnen heute wiederum so ein Organ mitgebracht – das Organ des Jahres: eine junge Leber. Sie ruht hier gerade neben mir in dieser Nierenschale aus Edelstahl.
Meine lieben Freunde zu Hause, denken Sie bitte stets daran:
Selbst wenn wir sie hier für diese Sendung in einer Nierenschale halten, sie ersetzt der Leber keinesfalls ihre angestammte Umgebung. Auch wir werden sie im Anschluss, unmittelbar nach der Sendung, wieder dahin zurück verpflanzen.

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Juni 30th

S.Läps: Tick

Beim Schneiden des Grases …

Beim Schneiden des Grases …
(mickriges Sonett in Form eines Senftglases)

Ist das Grass, was der Eine schreibt
Oder noch Grasser, was der Andre treibt
Tachjen och, Piefke; Servas, Schurl
Was steckt hinter jeder URL
Das ist doch ein Gedicht
Oder nicht
Legal ist Gras aber nicht

 

© Siegmund Läps
 

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Juni 23rd

S.Läps: Tick

Gesundheit, Männer!

Gesundheit, Männer!

Für den Einzelhandel sind sie eine schwierige Zielgruppe.
Das hat wohl in erster Linie damit zu tun, dass die Mannsbilder das Kanonenfutter der modernen Gesellschaft sind. Überall müssen sie ihren Mann stehen, dürfen aber trotzdem keiner sein.

Diese schizophrene Rolle ist Kern ihrer Erziehung. In subtiler Manier wird ihnen oft schon mit Muttermilch-Ersatz der Unterschied zwischen Soll und Haben eingetränkt:
Der Mann steht im Soll, dafür zu sorgen, den Rest des Volks stets mit Haben einzudecken.
So eine Aufgabe füllt den Mann – größtenteils; den Rest füllt er in der Regel selbstständig mit Alkohol nach. Dafür haben ihn seine Mütter – die Natur und die mit dem Milchersatz – entsprechend vorbereitet: mit einer großen Leber einerseits – äußerlich meist gut zu erkennen – und großer, aber unsichtbarer Leidensfähigkeit andrerseits.

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Juni 16th

S.Läps: Tick