Archive Pierre’s Meinung

Die Zeitbombe

Ich weiß nicht recht, warum ich heute früh beim Frühstücken eine Zeitbombe geschluckt habe. Eines steht fest, sie tickt in mir und das ist wahrlich ein mieses Gefühl. Ist das ein Zeichen, dass mir die Zeit weg rennt? Auch sie hat ein Anrecht zu sprinten, aber das ist mir nicht genehm, liebes Murmeltier. Es ist mir klar geworden, dass das Pennen nur ein Vorbote des ewigen Schlafes ist. Deshalb versuche ich die Augen aufzuhalten, um nichts zu versäumen! Reine Illusion! Auch bei aller Wachsamkeit, stehen mir die nackten Tatsachen im Weg. Ich reise manchmal zurück zu meiner Jugend und erinnere mich an die Jahre, in denen alles aufwärts ging. Der Erfolg war greifbar nah. Es wurde nur von neuen Ufern gesprochen. Im Gegensatz zu heute, standen uns weitgehend die Türen offen. Wer Mumm hatte, wurde entsprechend belohnt.

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Die Polizei – Dein Freund und Helfer!

Im Jahr 1926 wurde der Leitspruch „Die Polizei – Dein Freund und Helfer“ von Innenminister Albert Grzensinski eingeführt. Was zuerst als ein Beitrag zu mehr Nähe zur Bevölkerung verstanden sein sollte, wurde ab 1933 missbraucht. Immer mehr richtete sich die Polizei gegen die Bürger. Sie war voll im Dienst der Machthaber. Dieses Wort wird oft mit Heinrich Himmler, der ab 1936 Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei war, in Verbindung gesetzt. „Unser größtes Ziel ist es, vom Verbrecher ebenso sehr gescheut, wie vom deutschen Volksgenossen als vertrauensvoller Freund und Helfer angesehen zu werden!“, schrieb 1937 Himmler als Geleitwort zum Buch von Helmuth Koschorke, das im gleichen Jahr erschien.

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Das Reich des Chamäleons

„Kinder, ihr solltet euch anpassen! Ehrt eure Eltern und eure Vorgesetzten!“ So die Interpretation der zehn Gebote einer bayerischen Religionslehrerin. Die Schule ist zu einer Zuchtanstalt für Chamäleons geworden, eine Zwangsjacke, in der sich jeder hineinschleichen muss. Nur nicht von der strikten Lehre der Anpassung abweichen! Die Kids werden als Ja-Sager gedrillt. Wer auffällt, wird als renitent betrachtet und entsprechend behandelt. Ab in die Sonderschule! Ab zu den begrenzt Belichteten! Wer aufmüpfig ist, wird mehr oder weniger als psychisch gestört betrachtet. Die Fantasie ist zum Ausdruck einer gewissen Idiotie geworden. Nein, wie ziehen es vor, es mit einem Heer von Chamäleons zu tun zu haben. Wesen, die die vorhandene Farbe annehmen, die nur keine eigene Identität vorweisen. Das sind Tugenden, die ständig verlangt werden. Wer auffällt, ist ein Störenfried und soll entsprechend behandelt werden. Zum kotzen! Wenn es so ist, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass es hier auf Erde so langweilig wird. Wir saugen alles auf mit dem Hintergedanken, dass es nicht anders geht, wenn man irgendwie überleben möchte. Und das nach dem Gusto des Stärkeren!

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Der Fluch der Verantwortung!

Donnerwetter! Wo habe ich meine Verantwortung liegen gelassen? Auf dem Klo? In der Garderobe? Oder im Puff? Hallo Leute, schaut doch einmal, ob ihr sie wieder findet! Bisher hat sie sich wie eine Zecke an mich geklammert, hat mich mit ihren Mahnungen gepeinigt. Ich fühlte mich wie ein Wesen, das unter der Last eines Felsens zusammenbricht. Und jetzt? Verpufft, vergast! Bin ich deswegen freier? Kann ich mich leichter bewegen? Wäre schön, aber klappt nicht so recht. Nach mir die Sintflut! Aber nein, sie lässt auf sich warten.

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Die Islamisierung Europas?

In einem Brief an einen französischen Freund erwähnte ich Anfang der Woche, dass die Ereignisse in Ägypten Spuren auch bei uns hinterlassen werden. Der Vorstoß von Präsident Mursi in Richtung eines vom Glauben geprägten Staates sind mit den bisherigen Ereignissen in der muslimischen Welt kaum zu vergleichen. Es handelt sich hier nicht um eine marginale Macht, die ein wenig Einfluss ausübt. Im Gegenteil! Was in Kairo geschieht kann als eine Kampfansage gegen eine säkulare Staatsform betrachtet werden. Eine Absage an die Werte, die wir im Abendland vertreten. Mit der Anlehnung an die Scharia, nimmt das Gesetzt eine Morphologie an, die mit dem Geist der Aufklärung nichts zu tun hat. Im Gegenteil.

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Nein zum Schlachthof!

 
Während des Zweiten Weltkriegs wurden Millionen Menschen in den Vernichtungslagern ermordet. Millionen Menschen, die sich nicht gegen die Willkür der Nazis gewendet hatten; die sich einfach ab transportieren ließen. Und die Anderen? Sie schauten einfach weg. Immer wieder wird über dieses grausame Phänomen debattiert. Und doch gab es Ausnahmen, wie der der Aufstand im Warschauer Ghetto. Hier wurde den SS Paroli geboten. Die Juden wurden teilweise vom polnischen Untergrund unterstützt. Einige davon versteckt und gerettet. Leider war das eine Ausnahme. Die Machthaber konnten nahezu ungestört entkräftete Wesen nach Auschwitz, Treblinka oder wo anders hin schicken und mussten keinen Widerstand fürchten.

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Z wie Zorn!

Das ABC der Staatskunst

Z wie Zorn!

Ja, die Politik gibt uns oft Grund, zornig zu sein. Als Bürger haben wir das Gefühl, völlig hilflos da zu stehen. Es wird uns immer wieder gesagt, dass wir das souveräne Volk sind; dass wir alles in der Hand haben, aber das ist nur eine Illusion. Machen wir uns nichts vor: es wird über unsere Köpfe hinweg entschieden. Und dann? Wir müssen die Zeche bezahlen! Was bleibt uns anderes übrig, wenn wir vor nackte Tatsachen gestellt werden? Wir würden am Liebsten unsere Regierenden mit einem Fußtritt in die Wüste schicken, aber artig wie wir sind, schweigen wir meistens.

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Y wie yellow press

Das ABC der Staatskunst

Y wie yellow press

Viele Politiker „goutieren“ es, von der Boulevard-Presse wahr genommen zu werden und gewähren deshalb einen Einblick in ihr Privatleben. Mit viel Glamour soll eine heile Welt, in der nur Harmonie herrscht, dargestellt werden. Dass das nicht so ist, wissen wir, aber jeder „Fleck“ soll wegradiert werden. Wer sich damit einlässt, muss mit Überraschungen rechnen. Nur über „nette Leute“ zu berichten, ist langweilig. Das strahlende Lächeln von Frau Wulff ist nur eine Zeit ertragbar. Das wissen die Herausgeber. Pfeffer muss her! Das wollen die Betroffenen unbedingt vermeiden. Sie sind so naiv zu glauben, dass es genügt, „glücklich“ zu blicken und sich mit einem Handkuss zu empfehlen. Ein fataler Fehler.

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X wie Xenophobie

Das ABC der Staatskunst

X wie Xenophobie

Xenophobie, Ausländerfeindlichkeit, wird leider sehr oft in der Politik als Kampfmittel eingesetzt. Damit werden Emotionen erweckt, die sich in Wahlerfolge ummünzen lassen. Das das perfide ist, brauche ich nicht zu erwähnen. Leider wird dieses Mittel immer mehr eingesetzt. Gerade in einer Krisenzeit, verspricht es Erfolge. Die Leute fühlen sich unsicher; bangen um ihre Arbeit und um das Einkommen. Dazu kommt die Angst, dass das soziale System einbrechen könnte. Ein zerrissenes Netz, das uns nicht mehr auffangen könnte, bringt uns dazu, radikal zu denken. Wir müssen nach den Schuldigen suchen. Das sind vor allem die Ausländer, die „bei uns nichts zu suchen haben“. Leute, die von Grund aus nur Faulenzer sein können.

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W wie Wähler

Das ABC der Staatskunst

W wie Wähler

Die Wähler sind eine Gattung, die sehr gepflegt werden muss. Sie müssen behutsam aufgeklärt werden, um so zu funktionieren, wie sich das die Politiker vorstellen. Wie Kinder, die sich mit Bonbons ködern lassen. Die Kunst besteht darin, ihnen eine heile Welt vorzugaukeln, die es gar nicht gibt. Oder alles mies zu machen, was die Anderen so angestellt haben. Es wird nach Strich und Faden gelogen! Das gehört zu diesem Schauspiel. Emotionen müssen geweckt werden; nur so wird es affengeil! Die Chargen, die uns regieren, wollen wie Fußballstars gefeiert werden!

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V wie Volksbegehren

Das ABC der Staatskunst

V wie Volksbegehren

Eigentlich ist das Volksbegehren die ideale Form der Demokratie. Die Bürger haben die Möglichkeit, sich direkt in das Geschehen einzumischen; Vorhaben zu beeinflussen; einige sogar zu stoppen. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass Entscheidungen, die so getroffen worden sind, im Prinzip nicht mehr in Frage gestellt werden können. Im Idealfall. Die Frage, die sich aber stellt, ist die der Vernunft. Hat das Volk in seiner Mehrheit immer recht? Wie stark sind die Bürger im Stande, komplizierte Vorgänge zu verstehen?

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U wie Ultimatum

Das ABC der Staatskunst

U wie Ultimatum

Wenn die Diplomatie am Ende ist, wird ein Instrumentarium eingesetzt, das weh tun kann: das Ultimatum. Es wird Druck ausgeübt. Eine Art Erpressung, die auch schief gehen kann. Der Gegner wird genötigt, einem Diktat zu folgen, das er im Innersten ablehnt. Diese Gangart ist mit einem Messer an der Kehle des Kontrahenten zu vergleichen. Wenn es soweit kommt, ist der Krieg greifbar nahe. Auch Drohungen gehören zum Spiel, aber sie sollten mit Abstand betrachtet werden. Das Ultimatum ist eng mit einem Machtgehabe verknüpft. Es geht um die Durchsetzung von Meinungen, die als einziges Ziel haben, den Freiraum des Anderen einzuschränken.
Mit dem Damoklesschwert zu spielen, kann böse Folgen haben. Wer kann behaupten, dass die Sicherungen den Druck standhalten können? Dass es nicht zum Unumkehrbaren kommen wird? Ein riskantes Spiel, das auch als Bluff betrachtet werden könnte. Wer durch ein Ultimatum genötigt wird, sollte sich nicht provozieren lassen. Leicht gesagt.

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