Archive Jeff´s Tagebuch

Die rechtsextremistische Burschenschaft

In Stuttgart, auf einem Sondertreffen der Burschenschaften, das gestern stattfand, siegte der rechtsextremistische Flügel auf der ganzen Linie. Die national-liberalen Vereine konnten ihre Meinung nicht durchsetzen. Hier zeigt dieses Relikt der Vergangenheit ihr wahres Gesicht. Völkische Untertöne sind aktueller denn je; auch die Nostalgie zu „den besseren Zeiten“, die uns Adolf Hitler beschert hat. Hier kam zum Vorschein, dass die Mitglieder nichts gelernt haben und dass sie für die Demokratie eine Gefahr bedeuten. Diese Gruppierungen sind weitaus gefährlicher als der Mob, dem immer wieder auf der Straße zu begegnen ist.

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November 25th

Jeff´s Tagebuch

Pierre Mathias

Besuch im KZ Sachsenhausen

Jeff's Tagebuch

Besuch im KZ-Sachsenhausen

 
Mittwoch, den 4. Juli, 14 Uhr 30:
Per iPhone im Auto: Ich weiß nicht, was mir einfiel. Anstatt mich zu Hause zu verschanzen, entschloss ich mich, mit Jenny zum KZ Sachsenhausen zu fahren. Zerberus ließen wir bei Laura. Sie war sehr aufgewühlt und wusste nicht, was sie mir raten sollte. Nur Greg war sich der Sache sicher!
Du Opa, du kannst dich nicht einfach wegen dieses dämlichen Spielzeugs schlapp machen lassen!“
Mein zweijähriger Enkel hatte die Lage richtig erkannt.
Auf dem Rückweg können wir etwas zusammen essen.“
Die Familie rückte zusammen. Das ist wohltuend.

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Her mit der Feuerwehr, es brennt!

Jeff's Tagebuch

Her mit der Feuerwehr, es brennt!

 
Mittwoch, den 4. Juli, 4 Uhr 30:
Ich habe keine Minute geschlafen. Laura brachte mir kurz nach Mitternacht ein vergiftetes Geschenk. Das war ein Minisarg – höchsten 10 Zentimeter lang. Auf dem Deckel stand: In Memoriam Jeff Miller. Die sizilianische Mafia schickt solche Botschaften an all diejenigen, die sie zu Tode verurteilt hat. Diesmal konnte es sich nicht um einen Streich meines Enkels handeln. Ich versuchte meine Tochter zu beruhigen, aber sie fand meine Lässigkeit total deplatziert.
Dad, du bringst dich nicht allein in Gefahr. Wir alle sind damit gemeint!“
Es war der plumpe Versuch mich zu verunsichern. Wie sollte ich mich jetzt verhalten? Sich zurückziehen, ist in solchen Fälle total vergebens. Kein Versteck kann eine Sicherheit garantieren. Und die Polizei? Sie wird abwarten, bis ich ermordet bin, um zu reagieren. Es bleibt mir nur die Flucht nach vorne übrig. Ich muss diese Einschüchterungsversuche in den Medien Publik machen!

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Mail an Heike (5)

Mail an Heike (5)

Liebe Heike,

soll ich mich schämen? Habe ich mich zu heftig ausgedrückt? Zugegeben, um unendlich jung bleiben zu wollen, habe ich versucht, mich anzupassen. So zu sein, wie die Internet-Generation sich darstellt: angeblich frei, ungehemmt. Zugeben: eine blöde Anbiederung. Wenn du wüsstest, meine herrliche Heike, wie feinfühlig ich in Wirklichkeit bin, würdest du blitzartig in mich verknallt sein. Aber weißt du, ich habe Hemmungen, mich so darzustellen, wie ich wirklich bin. Gefühle lässt man nicht gerne los. Man versucht sie für sich selbst zu bewahren, wie ein sehr wertvolles Gut. Du wirst dich sicherlich wundern, wenn ich behaupte, dass ich schüchtern bin. Versuche ich mit einem rüden Vokabular mich selbst zu tarnen?

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Mit Georg unterwegs

Jeff's Tagebuch

Mit Georg unterwegs

 
Dienstag, den 3. Juli, 14 Uhr 30:
Per iPhone: Ich wurde gerade von meinem Freund Georg, dem Lektor, angerufen.
Kannst du vorbeikommen? Ich habe dir etwas wichtiges zu sagen.“
Um was handelt es sich?“
Ich kann dir das leider nicht am Telefon sagen.“
Hatte er Neues über Professor Arnold erfahren? Das würde mich nicht wundern. Als Sachbuchspezialist ist er ein akribischer Rechercheur. Er trägt die Verantwortung für den Inhalt der Bücher, die sein Verlag herausgibt. Vielleicht könnten wir auch beruflich zusammenkommen. Der ganze Aufwand, den ich hier treibe, lohnt sich für ein paar kurze Filme nicht. Ohnehin sind meine Hintergedanken nicht erwünscht.

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Die Nadel im Heuhaufen

Jeff's Tagebuch

Die Nadel im Heuhaufen

 
Dienstag, den 3. Juli, 7 Uhr:
Jenny hat mir mit recht gesagt, dass es unbedingt erforderlich sei, mich auf das Grundsätzliche zu konzentrieren. Ich habe das leise Gefühl, dass ich mich im Moment verrenne.
Worum geht es eigentlich? Klar, ich bin ein Antifaschist, der das Böse bekämpfen will. Sehr ehrenhaft, aber wie soll man das bewerten? Weiß ich eigentlich, wer mein Gegner ist? Das können doch nicht nur die Kahlköpfe sein? Wie ich es im Tagebuch schon erwähnt habe, interessiere ich mich für die Leute, die dahinter stehen. Aber wer sind sie? Die werden sich nicht in der Öffentlichkeit mit einem Hallo vorstellen. Wenn meine Annahme richtig ist, sind sie nicht Funktionäre der NPD. Würden sie sich derart für eine Splitterpartei engagieren? Sehr wahrscheinlich nicht, weil sie sich im Programm nicht erkennen. Es könnte ihnen zu plump, zu plakativ sein. Ich denke, dass wir es mit sehr viel subtileren Menschen zu tun haben, die zwar die gleichen Ziele verfolgen, aber ganz einfach anders eingepackt. Eher Maulwürfe, die sich einen Weg durch die Institutionen frei schaufeln.
Das bereitet mir gewaltige Kopfschmerzen. Auch Myriam, meine Heilige Johanna.

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Die Heilige Johanna

Jeff's Tagebuch
Die heilige Johanna

Montag, den 2. Juli, 16 Uhr:
Per iPhone: Ich bin mit Zerberus auf dem Weg zum Spreeufer. Es geht mir darum, die Kids zu treffen. Ich erhoffe mir, mehr über Ali erfahren zu können. Vielleicht eine Illusion, aber der Versuch ist es wert. Ich erinnere mich noch sehr genau an die Reportagen, die ich über den Babystrich gedreht habe. Ich war entsetzt zu sehen, wie diese Minderjährigen ausgebeutet wurden. Die Behörden betrachteten sie als verloren und behandelten sie dementsprechend. Sie waren das Sinnbild des Abschaums; verseuchte Wesen, die man am liebsten auf die Müllhalde abgeladen hätte. Ich musste immer wieder an meine Tochter denken. Was nun, wenn sie in solch ein Loch gefallen wäre? Kaum auszudenken! Berlin frisst seine Kinder und das macht mich rasend!

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Das Geheimnis von Zerberus

Jeff's Tagebuch
Das Geheimnis von Zerberus

Montag, den 2. Juli, 6 Uhr:
Seit 5 Uhr debattiere ich mit Zerberus. Zuerst knurrte er mich an, was ich ätzend fand. Was erlaubt er sich? Hat er jede Spur von Respekt für sein Herrchen verloren? Wenn es so ist, kein Schappi mehr! Dann besann er sich und kam zu mir.
„Hast du nicht mehr alle Tassen im Schrank, mich zu solch einer unchristlichen Zeit zu wecken? Ein Zumutung! Das können sich nur Prolos leisten!“
„Nicht so mein Freund! Ich bin noch immer der Boss hier!“
„Schieß´ los!“
Ich beschuldigte ihn, mich belogen zu haben. Er hatte den Klaren nicht für Ali gekauft, da er in der Charité lag. Ich sagte ihm, dass das ein Vertrauensbruch gewesen sei.
„Schon gut, Boss, übertreibe nicht. Ich habe sie für Kids gekauft, die im Keller der Fabrik dahinvegetieren.“
Es handelte sich um junge Junkies von 13 und 14 Jahren. Sie waren von zu Hause abgehauen und wollten die Weltstadt erobern. Um sich die Kröten für den Stoff zu verschaffen, gingen sie auf den Babystrich. Eine Realität, der ich im Laufe meiner Laufbahn immer wieder begegnet bin.

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Rückenstärkung

Jeff's Tagebuch
Rückenstärkung

Sonntag, den 1. Juli, 14 Uhr 30:
Während Laura und Lars Jenny in der Küche helfen, habe ich mich in mein Zimmer zurückgezogen. Greg schläft auf der Couch. Und ich? Wie immer habe ich mich an meinen Laptop gesetzt; mein Sklaventreiber! Trotz des Anrufs von Markus habe ich mir den Appetit nicht verderben lassen. Ich hatte zuerst Bedenken, ob ich mich gegenüber dem neuen Boss gut verhalten hatte. Anstatt ihn abzukanzeln, hatte ich den verständnisvollen Vater gespielt.
„Du konntest nicht anders vorgehen. Ich werde sehen, was sich machen lässt!“
Ich wollte nicht wegen eines kleinen Magazin-Berichts mir das Entree in die Redaktion versperren. Auch wenn Martina, die Cutterin, mich verdammen würde, wäre das der Preis, um weiter zu kommen. Immer mehr hatte ich den Eindruck, dass der Schlüssel der ganzen Affäre beim Sender lag. Also musste ich taktieren.

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Bittere Erkenntnis

Jeff's Tagebuch
Bittere Erkenntnis

Sonntag, den 1. Juli, 4 Uhr:
Wenn ich so weiter mache, werde ich bald in der Kiste landen. Ältere Herrschaften sollten sich jede Art von Aufregung ersparen, sonst droht der Infarkt. Den Herrn mit der Sense heiße ich nicht willkommen! Zerberus scheint zu verstehen, was in mir vorgeht und legt sich an meine Füße. Zeigt er Verständnis für einen Versager? Oder biedert er sich ganz einfach nur an?
„Du Boss, du solltest lernen, los zu lassen!“
Das wird in jedem Seminar für angehenden Rentner verkündet.
„Sie haben den Ruhestand verdient. Genießen Sie ihn!“
Ich hätte den Referenten für diesen Satz den Arsch versohlen sollen. Im Klartext bedeutet das, dass wir ohne großen Aufwand die Bühne verlassen müssen. Damit kann ich mich nicht anfreunden.

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Mail an Heike (5)

Mail an Heike (5)

Meine süße, ewig jugendliche Heike aus dem Hessenland!

hast du noch alle Tassen im Schrank? Wie kannst du dich zum Sexy-King of Berlin derart verlaufen. Wenn du mich sehen würdest, käme kein Laut mehr aus deinem herrlichen Mundwerk, mit deinen herrlichen Klapper-Zähnen, in einem herrlichen Weiß made in Hollywood. Nein, du würdest mich anhimmeln, wie es sich gehört! Dass es klar ist, ich bin ein Prachtexemplar, wie Mario Balotteli, der uns mit zwei Toren beglückte… Pardon K.O. gemacht hat. Und das war es mit der deutschen Pracht! Eviva Italia!

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Report von Zuckerbaby

Jeff's Tagebuch
Report von Zuckerbaby

Samstag, den 30. Juni, 17 Uhr 30:
Endlich wieder zu Hause. Ich habe Nadine in einem Park beim Schöneberger Rathaus getroffen. Wenigstens werden wir dort nicht abgehört. In einem Café gibt es immer liebe Nachbarn, die interessiert mit lauschen. Nein, das wollen wir uns nicht antun.
„Du Jeff, ich würde diesen Ali nicht zu viel Vertrauen schenken. Es ist schon merkwürdig, dass er hier den Penner und anderswo den Gentleman spielt. Eines aber kann ich dir sagen, er verfügt über sehr viel Geld.“
Das konnte ich mir, bei den krummen Geschäften die er machte, sehr gut vorstellen. Aber das war nicht mein größtes Problem. Auf einmal hatte ich das dumpfe Gefühl, dass Zuckerbaby nicht ganz koscher ist. Es ist schon ein wenig dick aufgetragen, dass sie in einem Nu mit Ali „eine innige Bekanntschaft“ machen konnte. Kannten sie sich schon von früher? Dennoch wollte ich ihr nicht den Eindruck vermitteln, dass ich Zweifel hatte.
„Wie schätzt du den Einfluss der „Stillen Hilfe“ ein? Haben sie überhaupt noch etwas zu vermelden?“
„Wie man es nimmt, aber vergiss nicht, dass die meisten von ihnen uralt sind! Ich denke, dass wir es mit einem Auslaufmodell zu tun haben.“

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