Archive Kwalae Interview

Fragen an Hans-Günter Albrecht (9)

Hans-Günter Albrecht

Die Fragen von vergangener Woche (8)

Wenn ein Mann liebt, bedeutet das das Gleiche wie bei einer Frau?

Aus meinen Erfahrungen denke ich, dass Mann und Frau unterschiedlich lieben. Frauen lieben oft intensiver, gefühlsbetonter, nehmen alles, was mit der Liebe in Zusammenhang steht, sehr ernst. Männer sind da doch manchmal oberflächlicher und fühlen sich oft zu sicher. Ich habe Frauen gekannt, die konnten sich nach Jahren noch an bestimmte Ereignisse sehr genau erinnern, mit Datum und Uhrzeit – erstaunlich für mich!

Die Frauen verlangen nach Zärtlichkeit. Ist das für den Mann ein Problem?

Wenn man liebt, kommt das automatisch. Für mich war das nie ein Problem. Die Zärtlichkeit, die man erwartet, sollte man auch geben können. Schon für Kinder sind die so genannten 3 Z sehr wichtig – Zeit, Zuwendung und Zärtlichkeit!

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Mai 7th

Kwalae Interview

Fragen an Hans-Günter Albrecht (8)

Hans-Günter Albrecht

Die Fragen von vergangener Woche (7)

  Ist Würde angeboren? Oder ist das eine Erziehungsfrage?
Im Grundgesetz ist die Würde des Menschen ja gleich in Artikel I erwähnt, "die Würde ist unantastbar…..und sollte geschützt werden".
Diese Formulierung ist eine Reaktion auf die Geschehnisse im 3. Reich, als die Würde von Menschen oft genug verletzt wurde. Ein gewisser Teil an Würde ist sicher angeboren, der größere Teil ergibt sich wohl aus dem späteren Leben, aus der moralischen und ethischen Einstellung, dem Umfeld, in welchem sich der jeweilige Mensch bewegt, und wie man als Mensch in diesem Umfeld gesehen wird. Gerade in jungen Jahren wird die Würde so manches Mal "beschnitten", indem Kinder in eine bestimmte ideologische Richtung gedrängt werden. Eltern, Lehrer und sonstige verantwortliche Personen lassen es nicht immer zu, dass Kinder ihre eigene Identität entwickeln und so wird Erziehung manches Mal mißbraucht.
Ziel der Erziehung sollte es meiner Meinung nach sein, Kindern wohl eine Richtung zu zeigen, Grenzen zu ziehen, dennoch die letzte Entscheidung ihnen zu überlassen. Das ist wohl nicht immer möglich, da dies eng mit den Beteiligten verbunden ist.

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April 30th

Kwalae Interview

Fragen an Hans-Günter Albrecht (7)

Hans-Günter Albrecht

Die Fragen von vergangener Woche (6)

  Wie steht man als Kommissar vor Gericht da, wenn der Angeklagte sich für nicht schuldig hält?
Das muß man so akzeptieren. Jeder hat ja eine andere Sichtweise, und es ist ein Recht des Beschuldigten, auf nicht schuldig zu plädieren. Der Angeklagte muß ja zu keinem Zeitpunkt die Wahrheit sagen, er kann lügen, dass sich die Balken biegen. Das hat mir als junger Polizist doch manches Mal zu schaffen gemacht.

  Gibt es Momente, bei denen man zweifelt, trotz klarer Beweislage?
Man bemüht sich als Ermittler ja auch, entlastendes Material zu finden. Es wird im Laufe eines Verfahrens immer wieder gefiltert, ausgeschlossen, überprüft. Sicher gibt es hier und da Zweifel, letztendlich subsummiert man alle gesammelten Fakten, Aussagen und Indizien, daraus entsteht dann das Gerichtsverfahren. Es bleibt ja der Staatsanwaltschaft überlassen, Anklage zu erheben. 


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April 23rd

Kwalae Interview

Fragen an Hans-Günter Albrecht (6)

 

Hans-Günter Albrecht

Die Fragen von vergangener Woche (5)

   Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Ich habe schon immer die Menschen beneidet, die malen oder ein Instrument spielen können.
Bei mir hat sich irgendwann das Schreiben als Talent gezeigt. Schon in der Schule war meine Note im schriftlichen Ausdruck sehr gut.
Später habe ich des Öfteren Post für Bekannte und Freunde erledigt, zum Beispiel Behördenbriefe, Beschwerden formuliert, Anwaltsschreiben beantwortet und mehr.

Man hat mich immer gelobt, wie gut ich schreiben könne, ich solle doch mal meine Lebensgeschichte aufschreiben, was ich schon alles erlebt habe.
Allein meine Erfahrungen mit dem weiblichen Geschlecht würden ein Buch so dick wie den Brockhaus füllen. Na ja, darüber kann man streiten, es gäbe auch leere Seiten in diesem Buch.

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Fragen an Hans-Günter Albrecht (5)

Hans-Günter Albrecht

Die Fragen von vergangener Woche (4)

   Als Polizist ist man mit viel Elend konfrontiert. Wie kann man das ertragen?

Indem man realisiert, dass Elend ebenso zum Leben gehört wie Freude, Trauer, Tod oder Krankheit. Ich habe mir diesen Beruf ausgesucht, nachdem ich selbst schon einiges an Elend erlebt hatte und ich meine, ich kann gut damit umgehen.

   Wie stellt man sich ein, wenn es um ein Mord eines Kindes wie in Emden geht?

Darauf kann man sich nicht einstellen, das ist einfach nur schlimm und schockerend. Trotzdem muß man seine Arbeit bewältigen und funktionieren, denn man will ja den oder die Mörder dingfest machen und ermitteln. Das steht an oberster Stelle, Sachlichkeit und Objektivität, Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Beteiligten sind hier gefragt.

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Fragen an Hans-Günter Albrecht (4)

Hans-Günter Albrecht

Die Fragen von vergangener Woche (3)

Wie kann es sein, dass in Toulouse ein von der Polizei bekannter Islamist so ungehindert an Waffen kam und seine Morde planen konnte?

Die Sicherheitskräfte haben ihn als unbedenklich eingestuft und Waffen bekommt man überall, wenn man bezahlen kann. Das ist heute so und war zu Zeiten der RAF in den 70er und 80er Jahren nicht anders. Diese Menschen leben wie D und ich in der Gesellschaft und werden meist nicht als das wahrgenommen, was sie eigentlich sind, weil ein jeder genug mit sich selbst zu tun hat bzw. wegsieht. Man will in nichts "hineinkommen" und zeigt lieber nichts an, bevor man sich möglicherweise zu weit aus dem Fenster lehnt…….

Bedeutet das, dass die Ordnungskräfte und der Geheimdienst genauso versagt haben wie bei dem Nationalsozialistischen Untergrund?

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März 26th

Kwalae Interview

Fragen an Hans-Günter Albrecht (3)

Hans-Günter Albrecht

Die Fragen von vergangener Woche (2)

Weitere Fragen von Kwalae an Hans-Günter Albrecht zu Afghanistan.

Die Afghanen wollen selber für Ordnung sorgen. Ist das im jetzigen Stand überhaupt möglich?

Es ist ja nicht einmal jetzt möglich, was haben denn die Truppen in all den Jahren bewirkt? Nicht allzu viel, die Afghanen sind nicht in der Lage, für "Ordnung" zu sorgen.

Was würde aus Ihrer Sicht passieren, wenn sich die Truppen zurückziehen?

Polizei und Militär genießen kein allzu großes Ansehen in der Bevölkerung, das werden die Taliban nutzen, um wieder zu regieren. Schon jetzt haben sie die Kontrolle über mindestens 75% des Landes.

Was würde mit den Frauen geschehen? Würden sie wieder stärker diskriminiert werden?

Die alten Muster würden wohl wieder greifen, keine Kosmetik, keine westliche Musik, keine Bildung für Frauen, wie es schon mehrfach in den Zeiten der Taliban war. In vielen Gebieten Afghanistans ist das heute schon festzustellen, lediglich im Norden ist die Lage einigermaßen stabil.

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März 19th

Kwalae Interview

Fragen an Hans-Günter Albrecht (2)

Hans-Günter Albrecht

Weitere Fragen von Kwalae an Hans-Günter Albrecht in Zusammenhang mit Afghanistan.

Wie sind die Menschen, die Sie dort getroffen haben?

Die Menschen sind wie Du und ich. Ich habe nie einen Unterschied gemacht, ganz gleich, wo ich mich aufgehalten habe. Jeder Mensch spürt meiner Meinung nach, ob man ihn ernst nimmt oder verachtet, ob man wirklich interessiert an ihm ist oder nicht. Schaut man Menschen direkt in die Augen und schenkt ihnen Zeit, wird man in der Regel einen Zugang zu ihnen finden, da spielen Herkunft und Religion keine große Rolle. Die Menschen, die ich getroffen habe, sind sehr fleißig und arbeiten oft hart für geringen Lohn. Sie sind überaus gastfreundlich und bieten oft sogar ihr eigenes Haus an. Selbst die ärmsten Menschen würden dem Gast ihr letztes Glas Wasser geben, auch wenn sie selbst durstig wären.
Das ist für mich einzigartig und werde ich niemals vergessen.

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März 12th

Kwalae Interview

Fragen an Hans-Günter Albrecht (1)

Hans-Günter Albrecht

 

Kwalae:
Wie sind Sie in Afghanistan mit der heiklen Frage der Religion umgegangen? Haben Sie sich in den Islam eingearbeitet? Wie stehen Sie zum Koran?

Hans Günter Albrecht:
Für mich war und ist die Frage der Religion nie ein heikles Thema gewesen. Wir wurden zwar speziell darauf vorbereitet, bevor wir diese Auslandsmission angetreten haben, aber das hätte ich persönlich nicht gebraucht.
Da ich vorher schon immer viel gereist bin (Indien, Afrika usw.) und dadurch mit den verschiedensten Religionen / Mentalitäten in Kontakt gekommen bin, habe ich mich einfach so verhalten wie ich es in einer fremden Kultur tue. Ich bin dort Gast und passe mich an.

Ich sehe die religiöse Einstellung eines menschen vollkommen wertfrei, jeder Mensch sollte da seine Freiheiten haben. Nur Gewalt gehört nicht dazu.
ich habe immer jede Religion und vor allem jeden Menschen respektiert und geachtet, das ist für mich eine Basis zum Zusammenleben. Man braucht einfach nur menschlich zu sein, dann hat man wenig oder gar keine Probleme. Die Menschen spüren das, egal ob Buddhisten, Christen oder Moslems, das spielt gar keine Rolle.

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März 5th

Kwalae Interview

Petra M. Jansen: Udo Lindenberg

Petra M. Jansen

Gesellschaft & Leute (people)
Fragen an Petra M. Jansen

UDO LINDENBERG

Was bedeutet Udo Lindenberg für dich?
 
Udo Lindenberg ist Kult. Über 30 Jahre Rockbusiness, das muss mal einer nachmachen. Nicht mehr wegzudenken aus dem Musikgeschäft, seine späteren skurrilen „Likörelle“-Malereien ebenso wenig, wie seine Tätigkeit als Deutschrockmusiker, Musik- und Filmproduzent, Singer, Songwriter und Schriftsteller. Er ist eine Rock-Ikone, ein unglaublich vielseitig begabter Künstler.

Eignet sich die deutsche Sprache für solch eine Musik?  
 
Bei der Sprache scheiden sich die Geister. Ich persönlich mag keinen Deutschrock und bevorzuge Musik in englischer oder spanischer Sprache.
Als Freund der offenen Worte aber sage ich, Udos Songtexte gehören zu den Besten, die in deutscher Sprache verfasst wurden. Klare Gossensprache, Kiezsprache, eine metaphernreiche Sprache, die bewusst salopp Jargon-mäßig daherkommt. Pointiert, proletarisch und mutmachend für andere Musiker, in deutscher Sprache zu texten. Dafür erhielt er die Carl-Zuckmayer-Medaille, die zuvor nur bekannten Schriftstellern, wie z.B. Dürrenmatt oder Martin Walser vorbehalten war. Deutschrock….Udo ist definitiv eine Kultfigur.

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Interview: Ute Cremer-Barzel

Ute Cremer-Barzel

Das aktuelle Interview zum Thema: Finanzkrise
Heute mit Ute Cremer-Barzel

 

Ute Cremer-Barzel absolvierte ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main und vervollständigte ihre berufliche Qualifikation 1978/80 durch ein Studium am Lee Strasberg Theatre Institute in Los Angeles und 1978/1980/1999 als Gasthörer am Actors Studio in New York und Los Angeles.

Sie war über 18 Jahre als Schauspielerin u. a. am Schauspielhaus Bochum, dem Düsseldorfer Schauspielhaus, den Städtischen Bühnen Frankfurt und den Bühnen der Stadt Köln engagiert, spielte aber auch bei den Burgfestspielen in Jagsthausen, den Bad Hersfelder Festspielen und auf Tourneen.

1982 ging sie mit einem Stipendium der Filmförderungsanstalt Berlin nach Rom, um dort unter der Schirmherrschaft von Renzo Rossellini Regie zu studieren. Von 1982-1987 lebte sie in Italien, wo sie 1982 zum ersten Mal in internationalen Filmproduktionen als Coach arbeitete. Seitdem war sie in Italien, Österreich und Deutschland als Coach für Schauspieler, Regisseure und als Scriptdoctor für Autoren tätig.
1988 gründete sie das Projekt 88, welches sie bis 2003 leitete. Es bot professionellen Schauspielern, jungen Autoren und Regisseuren Gelegenheit, sich gemeinsam weiterzubilden. Mit Darstellern aus diesem Projekt inszenierte sie am Modernen Theater in München „Tagträumer“ von Mastrosimone und „Die Bernstein Therapie“ von Farrell.

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Dezember 1st

Kwalae Interview

Kwalae interviewt: Prominente antworten

Kwalae will nun den Versuch unternehmen, Meinungen von Kulturschaffenden, Politikern, Wirtschaftsbaronen, Künstlern, Schauspielern, Schriftstellern, Hausfrauen, Arbeitslosen und Lebenskünstlern einzuholen. Die Fragen, die wir stellen werden, beziehen sich auf das Tagesgeschehen in Gesellschaft und Politik. Es geht uns darum, den Dialog zwischen beiden Bereichen zu fördern. Wir wollen eine Debatte entfachen über die Probleme, die uns täglich betreffen!
Wenn man Kritik üben und Vorschläge unterbreiten will, muss auch mit den sowohl mit den Bürgern als auch mit Entscheidern gesprochen werden. Deshalb diese Initiative.

Wie können Sie uns dabei helfen?
In dem Sie uns Menschen vorschlagen, die bereit wären, an dieser Aktion teilzunehmen. Jeder hat doch einen Promi in Reserve, den er ansprechen oder uns den Kontakt dorthin vermitteln könnte.
Sobald eine Zusage vorliegt, läuft es ganz einfach ab: Wir senden dem Interviewpartner per e-Mail die Fragen, die kurz schriftlich beantwortet werden können. Auch eine Präsentation ist vorgesehen. Heute folgt ein erstes Beispiel, wie diese Rubrik aussehen wird:

     Kwalae Verlag . magazin

     Das aktuelle Interview zum Thema Finanzkrise

     Heute hier um 10:15 Uhr:  Ute Cremer-Barzel

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Dezember 1st

Kwalae Interview