Karl Feldkamp: Schöne neue befriedete Welt
Rezension von Karl Feldkamp
Alf Rolla, Liebe 2.0
Schöne neue befriedete Welt
Praktizierter Sex in der Öffentlichkeit wird, wenn Alf Rolla in seinem Roman die Zukunft richtig deutete, in wenigen Jahrzehnten keinen Tabubruch mehr darstellen.
Er – und seine Romanfiguren – nennen es klinken. Und alle tun es überall dort, wo sich Gelegenheiten dazu bieten – auf Polstergarnituren in Restaurants und in klimatisierten Bahnhöfen, in Parks und sogar auch noch in Privatwohnungen.
Aber nicht nur Sex sondern möglichst alle Lebensäußerungen werden überwacht durch installierte Kameras des allgegenwärtigen Friedensamtes für Nationale Sicherheit, das Deutschland als schöne neue befriedete Welt regiert.
Zwangsläufig lautet der vorgeschriebene Gruß zwischen deutschen Bürgern „Frieden“.
Inzwischen haben das herrschende Klima und dessen tropische Temperaturen den Meeresspiegel stark ansteigen lassen. Und Münster wurde nach einer mächtigen Flut zu einer Küstenstadt an der Nordsee.
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