Irgendwo auf der Suche …
Ich fuhr schon seit Stunden irgendwo durch Nordfrankreich, ich war müde. Die Straße im Schein der Autoscheinwerfer, monoton, lediglich gesäumt von Birken und Pappeln im Wechsel. Die kleinen Orte und Weiler lagen in tiefem Schlaf; im nächsten Ort fand ich einen Gasthof mit dem Vermerk: „Zimmer zu vermieten!“ Ich klingelte. Schlaftrunken öffnete der Wirt die Tür, einige Formalitäten. Ich wollte bis übermorgen früh bleiben, zahlte im Voraus.
Für den nächsten Tag nahm ich mir vor, auszuspannen. Ich besuchte den Ort, ließ die Harmonie des Dorfplatzes auf mich wirken und besichtigte einen weitläufigen Park mit historischem Hintergrund.
Das Abendessen nahm ich im Gutshof ein; jener hatte einen wunderschönen Innenhof, in der Mitte, er musste uralt sein, einen großen Birnbaum. Darunter setzte ich mich an einen Tisch, bestellte Foie gras, Spezialität des Hauses, eine Karaffe Wein und dachte über die Menschen und die Zeit nach.
Warm war die Nacht, die Gespräche der übrigen Gäste mischten sich irgendwann zu einem Wortbrei, einem Summen. Erst als die letzten Besucher sich erhoben und den Hof verließen, fiel mir der alte Mann hinten in der Ecke unter dem Dach auf. Nachdenkliche Miene, seine rechte Hand ruhte auf einem Buch mit Ledereinband; es musste wertvoll sein, obwohl abgegriffen. Linker Hand hatte er seinen Gehstock an der Mauer postiert. Wohl der Dorfälteste, war mein Gedanke. Er hatte meinen Blick bemerkt, erhob sein Glas und prostete mir zu. Ich tat es ihm gleich. „Komm rüber junger Freund! Lust auf einen Schwatz und eine Karaffe roten Wein?!“
Nun, warum nicht?! Man soll Land und Leute kennen lernen. So ging ich rüber, er hieß Jacques. Bodenständiger Humor, ihm wohl in die Wiege gelegt und zeitlebens gereift, hierzu eine rauchige Stimme und ein herzliches, kehliges Lachen, so blieb er mir in Erinnerung.
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