Das Geheimnis von Zerberus

Jeff's Tagebuch
Das Geheimnis von Zerberus

Montag, den 2. Juli, 6 Uhr:
Seit 5 Uhr debattiere ich mit Zerberus. Zuerst knurrte er mich an, was ich ätzend fand. Was erlaubt er sich? Hat er jede Spur von Respekt für sein Herrchen verloren? Wenn es so ist, kein Schappi mehr! Dann besann er sich und kam zu mir.
„Hast du nicht mehr alle Tassen im Schrank, mich zu solch einer unchristlichen Zeit zu wecken? Ein Zumutung! Das können sich nur Prolos leisten!“
„Nicht so mein Freund! Ich bin noch immer der Boss hier!“
„Schieß´ los!“
Ich beschuldigte ihn, mich belogen zu haben. Er hatte den Klaren nicht für Ali gekauft, da er in der Charité lag. Ich sagte ihm, dass das ein Vertrauensbruch gewesen sei.
„Schon gut, Boss, übertreibe nicht. Ich habe sie für Kids gekauft, die im Keller der Fabrik dahinvegetieren.“
Es handelte sich um junge Junkies von 13 und 14 Jahren. Sie waren von zu Hause abgehauen und wollten die Weltstadt erobern. Um sich die Kröten für den Stoff zu verschaffen, gingen sie auf den Babystrich. Eine Realität, der ich im Laufe meiner Laufbahn immer wieder begegnet bin.

Montag, den 2. Juli, 9 Uhr 30:
Per iPhone: Ich mußte unbedingt ein wenig Luft schnappen und bin mit Zerberus in einen Wald in der Nähe des Wannsees gefahren. Mein Hund schien den Vorfall vergessen zu haben und schnüffelte überall herum. Ich hätte den Spaziergang genießen können, aber etwas bedrückte mich immer noch. Ich versuchte meine Gedanken zu sammeln, ging alle Vorgänge der letzten Tagen durch. Auf einmal wusste ich, was mich quälte. Wie war mein Hund auf München gekommen? Wie hätte er wissen können, dass es dort eine Bavaria gibt?
„Schon wieder Boss! Können wir uns nicht mit etwas anderes beschäftigen?“
Als er sah, dass ich nicht locker lassen würde, musste er nachgeben.
„Ali hat mich gebeten, dir das mitzuteilen. Aber sag ihm nicht, dass ich das verraten habe!“

Montag, den 2. Juli, 10 Uhr 15:
Ich habe Jenny über das Laufende informiert. Sie machte mir deutlich, dass es noch Ungereimtheiten gab. Die Haltung von Nadine fand sie hoch suspekt.
„Wie hätte sie den Typ dort erkennen können, wenn es nicht Ali war? Ich habe meine Zweifel, dass sie überhaupt nach München gefahren ist. Jeff, du wurdest hereingelegt!“
Das brauchte sie mir nicht zu sagen; ich hatte es bereit geahnt. Aber warum dieses ganze Theater?
„Es scheint für mich erwiesen zu sein, dass man dich unbedingt in dieses Kuhdorf schicken wollte. Aus welchen Grund? Das musst du schon herausfinden!“

Montag, den 2. Juli, 13 Uhr:
Anruf von Myriam, die Redaktionsnymphe.
„Jeff, Markus fragt, ob du Mittwoch um 10 Uhr Zeit hast. Es geht um die Korrekturen deines Films.“
Ich kochte vor Wut. Dieser unerfahrene Bengel wollte mir zeigen, wie ich vorgehen sollte. Das fand ich höchst unpassend. Aber Schwamm drüber, ich musste mich unbedingt tarnen, wenn ich mehr über den Sender erfahren wollte.
„Du, noch etwas. Ich muss dich unbedingt treffen. Wie wäre es heute um 18 Uhr beim Einstein?“
Ich habe endlich das Gefühl, dass sich etwas bewegt.

//pm

Link zum Thema Lüge:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lüge

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Juli 2nd

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Pierre Mathias


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