The Battle of Culloden

The Battle of CullodenGerret Goos

16.4.1746 :
Bei Culloden, östlich von Inverness, der heutigen Hauptstadt des Verwaltungsbezirks „Highlands“ / Schottland, kommt es zu einer der unrühmlichsten Schlachten der britischen Geschichte.
Sie ist zugleich auch die letzte auf britischem Boden.

Es geht um den Herrschaftsanspruch eines schottischen Adelsgeschlechts auf den britischen Thron, der später auch durch den Papst bestätigt werden wird, den Anspruch der Stuarts…Zu spät natürlich und erst nach dem Tode des Thronanwärters. Der Vatikan überdenkt gerne ein wenig länger, wie wir alle wissen.

Dieser Thronanwärter nun ist damals Charles Edward Stuart, von Symphatisanten bis heute „Bonnie Prince Charlie“ genannt…sehr romantisierend, mag auch mal gepasst haben. Jahrzehnte später allerdings, nachdem er sich klanglos in sein Exil verabschiedet hatte, passte es nicht mehr so recht… ( In Dundee heißt der fettreichste Kuchen mit dem größten Alkohol –Anteil wahrscheinlich nicht umsonst ähnlich wie er).

Dennoch ist Bonnie Prince Charlie bis heute nicht nur ein Aufdruck auf schottischen Baumwoll-Taschen, die überteuert an Touristen verkauft werden. Er steht für eine Idee und einen Traum, für den er sich selbst wahrscheinlich nie sonderlich interessiert hat: – „FREEEDOMMM“ – ihr wisst schon, Mel Gibson hat heute frei…

Charles Edward hatte Erfolg, nicht nur bei seinen damals zahlreichen amourösen Abenteuern sondern durchaus auch militärisch… Er landet 1745 von Frankreich aus segelnd am 22. Juni an der schottischen Küste und nimmt zunächst englische Garnisonen im Handstreich, dann Edinburgh, die Borders, auch das Grenzgebiet zu England wird erobert, es gibt einen Marsch auf London, England zittert zeitweilig.
Nur leider fehlen den Jakobiten (seinen Gefolgsleuten ) dann irgendwann ihre Frauen, Kinder, ihre Höfe und man zieht sich zurück…in die Heimat…Schottland …Wahrscheinlich mit der beneidenswert naiven Überzeugung, man habe nun eine andere Verhandlungsbasis…
Dem war nicht so…

Ich weiß nicht recht, ob sich Engländer damals jenseits der Literatur jemals romantisch verhalten haben…
Zumindest ziehen sie es in Culloden vor, mit militärischer Übermacht anzureisen und selbige nicht nur auszunutzen, sondern auch Schattierungen von kommenden Gräueltaten europäischer Geschichte anzudeuten. Diese Schlacht hat einen fetten Schurken, wie ihn Hollywood oder die BBC nicht besser hätte erfinden könnten – den Duke of Cumberland, oder, um dem Adelsregister die Ehre zu geben , „Wilhelm August von Cumberland“.
Er ordnet an, nach der Schlacht von Culloden alle ca. 500 überlebenden Jakobiten zu exekutieren.

Heutzutage ist eine Grillwurst nach ihm benannt…bekommt man bei „Tesco“ für £2.59 (£5.71/kg).
Es folgt Unterdrückung und durchaus der Versuch, ein Volk zu brechen (wie passend für einen Zugereisten), indem man seitens der nun endgültig allein herrschenden englischen Obrigkeit sämtliche schottische Werte, Traditionen und soziale Gefüge verbietet.
Kilt : verboten
Dudelsack / Pipes : verboten
Clans : nicht mehr existent
Traditionelle Lieder : verboten
Farms / Bauernhöfe : annektiert

„Bonnie Prince Charlie“ flieht nach der Schlacht von Culloden teilweise in Frauenkleidern mehrere Monate durch Schottland, wird von einer tapferen Frau namens Flora MacDonald von der Isle of Skye unterstützt, die ihm letztlich seine Flucht ermöglicht…nach Frankreich und später Rom…er kommt nie wieder.
In Schottland folgen die „Highland-Clearances“ – sozusagen eine Art von Feuer-Renovierung für schottische Reetdach-Hütten seitens der Engländer … eine Art von intensiv betriebener Schaf-Ansiedlung…und bis heute eine der größten Schanden englischer Politik!

Anschließend :
eine Nation zerbricht beinahe erneut und größtenteils englischen Grundbesitzern ist jedes einzelne Schaf mehr wert , als das, was ansonsten so in den Croft-Häusern lebt.
Schotten wandern aus, sind neben Iren und Deutschen zunächst die grösste Bevölkerungsgruppe in der „neuen Welt“.
Queen Victoria mag Schottland, was gut ist !!!
Dann kam Balmoral und alles wurde ein wenig besser…

2014 wird wieder abgestimmt…Ein eigenes Parlament hat Schottland bereits, ein besseres Gesundheitssystem als England ebenso…und es ist SCOTSOIL da draussen, kindest regards…Nach diversen Jahrhunderten der Ausbeutung ist nun echt mal gut.
Ich wollte übrigens eigentlich heute mit „A“ wie Arbroath anfangen, da diese Stadt eher für einen Anfang steht als Culloden, aber morgen ist nun mal der 16te und dieses Datum ist mir wichtig…

Wie auch immer :
„It is not for glory, nor riches,
nor honours that we are fighting,
but for freedom – for that alone,
which no honest man gives up
but with life itself.”
( Declaration of Arbroath, 1320)

Huch, da sind wir wieder ;-)

© Gerret Goos

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April 16th

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