Peter Reuter: Slowenien

Reuter Peter

Slowenien,

der Bär ist los,
Gott sei Dank – er war nicht da.

Es ist auch eines der Länder, welches ich sehr mag. Auf einer sehr kleinen Fläche einen Querschnitt vom mit Dauerschnee bedeckten Alpengipfel bis zur mediterranen Mittelmehrküste, in maximal 3 Autostunden erlebbar, das ist doch schon was.

Jetzt zum Zoo Europa: Anzahl und Art der Pflanzen ist einzigartig und fast unglaublich. Auch die Tiere müssen sich nicht verstecken. In Slowenien leben an Rindern 452.517 Hörnerträger, 547.432 Schweine tragen keine Hörner, Ziegen und Schafe gibt es 154.832. In Deutschland ist so etwas eine nicht ganz kleine Großstadt. Pferde sind es 19.249, also ungefähr 2,5 Mal Bad Bergzabern. Die Anzahl der Regenwürminen und Regenwürmer ist leider nicht genau erfasst. Das Landwirtschaftsministerium in Ljubljana teilte mir mit, es wären unglaublich viele von der besagten Gattung, alle würden sich auch unheimlich wohlfühlen in ihrem Land. Ich habe einfach beschlossen, dies zu glauben. Die Anzahl den Fußballsport betreibender Menschinen und Menschen wäre kleiner als die Anzahl der Regenwürmer, und die Bundesliga dort heiße auch anders. Jetzt ist dieses Thema auch abgehandelt.

Nun zu meiner persönlichen Fastbegegnung mit einem etwas größeren slowenischen Vertreter, mit Meister Petz. Einige Tage hatte ich dort zu tun, untergebracht war ich in einem neu erbauten und wunderschönen Hotel, mitten in einem Wald, wunderbar an einem Berghang gelegen. Abends war ich immer wieder von der Intensität der Beleuchtung um das Hotel und die Parkplätze überrascht.

An einem der Abende verbrachten wir die Zeit mit unserem Gastgeber beim Versuch, die dortige Weinernte zu reduzieren und wollten per Geschmacksprobe feststellen, wie all die Köstlichkeiten im Vergleich zu einem großen Saumagen bestehen würden. Alle haben bestanden. Nach dem obligaten Schnaps entschuldigte ich mich für einen Moment. Es galt dringend, frische Luft zu schnappen, wollte ich den Abend überleben.
Vom Parkplatz bewegte ich mich in Richtung Waldrand, ein abzweigender Weg erschien mir hell genug. Als ging ich etwa 500 Meter in den Wald hinein, bevor ich umdrehte und in aller Ruhe zum Hotel zurückging. Die frische Luft und die Ruhe des Waldes hatten mich repariert, es konnte weiter gehen, mit all den Köstlichkeiten. Als ich den Parkplatz passierte, da unterhielt ich mich kurz mit dem Hotelier. Der Verständigung mit den Menschen war ich deshalb mächtig, weil das Ehepaar 22 Jahre in Remagen gelebt hatte. Ich bin also wirklich international.

Ich sprach ihn an, wegen der opulenten Beleuchtung, um das Haus herum. Er lachte. „Das machen wir nur wegen 3 Braunbären, welche jede Nacht um das Haus herum schleichen, sie sind momentan sehr aufdringlich und versuchen, an Essensabfälle zu kommen, deshalb das Licht. Denken Sie bitte daran, verlassen Sie unter keinen Umständen den beleuchteten Bereich, wenn Sie sich am Abend vor dem Haus aufhalten. Ich wünsche noch einen schönen Abend.“ Für den Weg vom Parkplatz zur Gaststube brauchte ich ungefähr 7/10 Sekunden, ich habe nicht einmal geschwitzt. Dann teilte ich dem Tisch mit, dass ich eigentlich immer noch einen Bärenhunger habe und das Haus heute nicht mehr verlassen wolle, alles wäre so gut, so schön und so gemütlich. Die Original-Oberkrainer, sie liefen den ganzen Abend, mich störten sie nicht mehr.
Und dies ist, sie werden es nicht glauben, eine wahre Geschichte.

© Peter Reuter

Literaturmagazin WORTSCHAU

One Response to “Peter Reuter: Slowenien”

  • Ja, lieber Herr Reuter,
    unverhofft kommt oft, hätten sie es vorher gewusst, wäre der Austritt in den Wald kein erholsamer gewesen sondern eine Mutprobe, dabei war doch gar kein Mut dazu notwendig, sondern nur ein gesunde Portion Naturliebe gepaart mit Unwissenhei
    war es am Ende Glück….
    oder nur Pech für den Bären…

    lg
    Birgit Senyüz

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    April 19th

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