Aberdeenshire: der King, der Graf und „local heros“

Gerret Goos

Aberdeenshire: der King, der Graf und „local heros“

(Words & music by Carl Perkins, performed by Elvis Presley )
“Well, it's one for the money,
Two for the show,
Three to get ready,
Now go, cat, go.

But don't you step on my blue suede shoes.
You can do anything but lay off of my blue suede shoes.

Well, you can knock me down,
Step in my face,
Slander my name
All over the place.

Do anything that you want to do, but uh-uh,
Honey, lay off of my shoes
Don't you step on my blue suede shoes.
You can do anything but lay off of my blue suede shoes.

You can burn my house,
Steal my car,
Drink my liquor
From an old fruitjar.

Do anything that you want to do, but uh-uh,
Honey, lay off of my shoes
Don't you step on my blue suede shoes.
You can do anything but lay off of my blue suede shoes.

Well, it's one for the money,
Two for the show,
Three to get ready,
Now go, cat, go.
But don't you step on my blue suede shoes.
You can do anything but lay off of my blue suede shoes.”

Ja, richtig…Text und Musik sind nicht vom King selbst…obgleich es doch sehr gut passen würde, wie sich später zeigen wird.
In meinen Ohren klang es schon immer recht schottisch, wenn jemand sehr darauf bedacht war, klarzustellen, dass es trotz aller Geduld und Güte Grenzen gibt, die nicht überschritten werden sollten, so man sich dann auch weiterhin dessen versichert wissen wollte.

Elvis selbst war recht verschwenderisch mit diesen Tugenden, nur leider teilweise sehr ungeschickt im Umgang damit, sobald es um seine eigenen Belange ging, wie wir heute wissen. Das mag auch daran gelegen haben, dass er schon zu lange von der Heimat seiner Ahnen entfernt gelebt hatte und sich einige Werte auch verlieren, wenn man nicht oft genug an sie erinnert wird.

Die Familie Presley hatte schottische, Aberdeenshire –Wurzeln. Sein Vorfahr, der Schmied Andrew Presley verließ Lonmay -in der Nähe von Fraserburgh- 1745 in Richtung North Carolina in der neuen Welt. Einige Presleys lebten noch bis zum 19.Jahrhundert ebendort, wanderten später größtenteils ebenfalls aus.
Es hätte also durchaus auch „Blue suede Ghillie Brogues“ ( Das sind die Schuhe zum Kilt ) heißen können.
Dieses „don’t step on my (whatever like) shoes“ setzt nun übrigens seit einiger Zeit einen amerikanischen Landsmann des Kings unter Druck, der wahrscheinlich heutzutage Elvis als Chauffeur anstellen könnte – Donald Trump.

Dieser nicht sehr bescheidene Mensch plante und plant immer noch, nicht nur zwei neue Golfplätze für die besonders exklusive und vornehmlich amerikanische Klientel in schottischen Boden zu schnitzen, sondern mit Hilfe von offenbar zahlreich vorhandenen Strohmännern auch eine Castleruine zu „renovieren“, um künftig dort Prominenz aus Hollywood und Dubai residieren zu lassen.
Da es sich bei diesem Objekt um „Slains Castle“ in der Nähe von Cruden Bay, nicht weit von Aberdeen handelt, wird das Ganze noch interessanter für sein Geschäftsmodell.

Hier ließ sich damals Bram Stoker zu seinem Roman „Dracula“ inspirieren, während er in Cruden Bay im Kilmarnock Arms-Hotel residierte und, wie manche behaupten, auch zu anderen Gelegenheiten, während er im damals noch intakten Schloss zu Gast war. Bela Lugosi, Cristopher Lee und whoeverelse are calling.
Im Kilmarnock Arms – Hotel ist man übrigens so freundlich, den Besuchern Bram Stokers‘ Einträge in den alten Gästebüchern aus dem Safe zu holen und man tut dies mit Stolz und Freude…
( Davon abgesehen ist das Essen hervorragend. )

Slains Castle

Nun zurück zu den „Blue suede Ghillie Brogues“:
Slains Castle ist nun seit einigen Jahren umzäunt. Man kommt nach wie vor dennoch ohne Probleme auf die Anlage. Das liegt unter anderem auch an einem sehr alten Wegerecht, das der Earl of Errol, Erbauer sowohl von Slains Castle als auch der Kirche des Ortes und der alten Schule, die heute ein entzückendes B&B beherbergt, erlassen hat, als auch an dem liebenswerten Starrsinn der Dorfgemeinschaft, die lieber immer wieder Vorhängeschlösser knacken und die Chipstüten / Bierdosen ihres Nachwuchses aus dem Anwesen entfernen werden, als es zuzulassen, dass sich demnächst Schlauchlippen in den oberen Stockwerken niederlassen.

Es gibt zu diesem Thema übrigens einen SEHR sehenswerten Film, http://www.youtube.com/watch?v=Zk-MHQE2xPQ , der sich allerdings vornehmlich um die Golfplatz-Thematik dreht.

Es scheint fast so, als wiederhole sich das Skript zu einem Filmklassiker aus den 1980ern, „Local Hero“, der ebenfalls in Aberdeenshire spielt, genauer gesagt in Pennan, einem sehr „pittoresken“ Dorf an der schottischen Küste…( heutzutage ein Klassiker und im Herzen eines jeden Schottland-Freundes ).
Auch in diesem Plot geht es zunächst um Profit und es ging schon damals um Amerikaner, die ihn suchten und um Schotten, die ihren Vorteil darin sahen, sich nicht auf die zitierten Schuhe treten zu lassen und auch weiterhin das genießen zu dürfen, was Burt Lancaster in seiner Rolle als „Trump-Vorläufer“ letztendlich auch zu schätzen gelernt hat.

Nur hier ist der Haken: Burt Lancaster war ein hervorragender Schauspieler, Donald Trump ist einfach nur ein …nunja, er ist gierig…
Bis bald ;-)

© Gerret Goos

4 Responses to “Aberdeenshire: der King, der Graf und „local heros“”

  • Gerret Goos sagt:

    Oooops, auch eher Ostküste…;-)

  • Gerret Goos sagt:

    Vielen Dank, Ellen, und vielen Dank, Nele…Ich werde am “Ball” bleiben, ja, allerdings möchte ich mich nicht auf die Ostküste beschränken…es gibt da zum Beispiel so ein Dorf am Firth of Forth habe ich gehört *g*
    Und es ist nichts zufällig, das stimmt…

  • Ellen sagt:

    Ein wirklich sehr interessanter Aktikel. Spannend geschrieben. Bleiben Sie am Ball Herr Goos und berichten Sie bitte wie es an der schottischen Ostküste weiter geht.

    karierte Grüße, Ellen

  • Nele Hammerich sagt:

    sehr cool, gelungener Rundumschlag von Elvis zum Slains, nichts ist zufaellig, doch wer haette dort Verbindungen vermutet…

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    wj

    April 28th

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