Die vatikanische Waschmaschine
Der Vatikan erscheint zum ersten Mal in einem Bericht des amerikanischen Außenministerium, bei dem es um Geldwäsche geht. Der Heilige Stuhl befindet sich unter 68 Staaten, denen nachgesagt wird zu lasch mit den Einnahmen des Drogenhandels umzugehen. Er würde sich nicht an internationale Abkommen halten, würde sie nur mit Vorbehalt betrachten oder zu nachsichtig durchführen. Es handelt sich dabei um die grenzüberschreitende Bekämpfung der organisierten Kriminalität, die durch die sogenannte Palermo-Konvention geregelt ist. Es war ein sehr langer Weg bis diese Realität endlich offiziell anerkannt wurde.
Es ist allgemein bekannt, dass der Vatikan seit der Affäre Ambrosiano ein dickes Problem hat, wenn es um den Ursprung von einigen Milliarden geht. Die IOR, die Bank des Heiligen Stuhles, wurde immer wieder für Geldwäsche missbraucht. Mehr als in anderen Institutionen ist die katholische Kirche prädestiniert, instrumentalisiert zu werden. Warum? Sie verfügt über ein weltweites Netz, das in dieser Art kaum wo anders zu finden ist. Vom kleinen Dorf in den Anden bis zur Stadtgemeinde in den Philippinen, sie ist überall vorhanden. Um funktionieren zu können, muss das Geld Richtung Rom fließen. Unter diesen Umständen ist es äußerst schwierig, sein Ursprung genau zu kontrollieren. Der Schwindel kann schon auf unterste Ebene stattfinden. Auch wenn der Vatikan offiziell den Kampf gegen diese Machenschaften angesagt hat, wird es sehr schwer sein, sie unter diesen Umständen einzudämmen.
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