Archive for day Februar 27th, 2012

Darf ein Minister eine Meinung haben?

Was für eine blöde Frage! Selbstverständlich sollte ein Minister das Recht haben, eine eigene Meinung zu vertreten. Das wird sogar von ihm verlangt. Also wäre Hans-Peter Friedrich im Recht, sie zu verkünden? – Nun ja, wie man es nimmt!
„Pierre, fährst du jetzt Schlittschuh mit uns? Wie stehst du dazu?“
Wenn der Innenminister Zweifel gegenüber dem zweiten Rettungspaket für Griechenland äußert, steht er nicht allein da. Nach einer Emnid-Umfrage, die für Bild am Sonntag durchgeführt worden ist, sind 62% der Bürger der Meinung, dass die finanzielle Hilfe im Bundestag abgelehnt werden sollte. Dabei liebäugelt Friedrich mit der Mehrheit, indem er in einer Zeitung schreiben lässt, dass er Hellas zu „einem freiwilligen Austritt“ aus der Eurozone bitten würde. Mit der Drachme würde sich Athen besser erholen! Sehr nachsichtig, der gute Onkel Doktor Friedrich. Dass er damit den Euro noch mehr ins Wanken bringt, scheint ihn nicht so sehr zu berühren.
„Pierre, du beantwortest die Frage nicht!“
OK, ich bin der Auffassung, dass der Minister, seine Meinung im Rahmen des Kabinetts hätte äußern sollen; nicht in der Öffentlichkeit. Und wenn er sich nicht bei seinen Kollegen hätte durchsetzen können, wäre es durchaus in Ordnung gewesen, dass er seinen Hut nimmt. Das hätte Stil gehabt! Aber nein, das hat er bisher nicht getan. Man verzichtet nicht gern auf die Macht! Er sollte aber keinen Dank erwarten für sein unsolidarisches Verhalten.

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Februar 27th

Pierre´s Special

Karl Feldkamp: Immer dasselbe…

Karl Feldkamp

 

Immer dasselbe und doch ganz neu

Welcher Autor und welche Autorin will sich schon dem Vorwurf aussetzen, wieder einmal einem Klischee verfallen zu sein? Mit größter Sicherheit setzen sich ihm immer wieder Liebeslyriker und- prosaiker aus.

Heiße Küsse, fordernde Zungen, ihre im Lichte des Vollmonds glänzende samtweiche Haut, sein markantes Gesicht, ihr willenloses Hinsinken, seine wunderschönen zärtlichen Pianistenhände, ihre knospenden Brüste und sein lautes Aufstöhnen unmittelbar vor dem Vulkanausbruch, bei dem er schließlich in ihr explodiert und ….

Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen und beschriebe dennoch immer nur das „Eine“ auf die mehr oder weniger übliche Art.

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Februar 27th

Karl Feldkamp

Der Tod des Buchhändlers

Der Lesenarr:
Das kannst du mir nicht antun! Warum machst du dicht? Ich bin seit Jahrzehnten Kunde deiner Buchhandlung. Wurde von dir gut beraten! Was habe ich bei den Discountern verloren? Ich würde niemals Schmuck für meine Frau im Supermarkt kaufen, hörst du!

Der Buchhändler:
Die Konkurrenz hat mich fertig gemacht. Da die Zahl der Bücher, die ich bestelle bescheiden ist, bekomme ich weniger Rabatt. Die Verdiensmargen haben sich derart verringert, dass ich davon nicht leben kann. Tut mir leid, Paul!

Der Lesenarr:
Aber damit verliert die Stadt einen Anziehungspunkt. Bei dir fühlte ich mich gut aufgehoben, auch wenn ich nichts einkaufte. Wir haben immer wieder über Literatur gesprochen; über Dichter, die uns sehr am Herzen liegen…

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Februar 27th

Allgemein

Die Wut der Afghanen entlädt sich

Hans-Günter Albrecht

Ich war von März 2008 bis Juni 2009 als Berater der afghanischen Polizei im Einsatz in Afghanistan und hatte täglichen Kontakt zur Bevölkerung.
Durch meine Hilfsaktion, bei der ich im Winter 2008/2009 etwa 7000 Decken an Krankenhäuser, Gefängnisse, Bedürftige, Schulen usw. verteilt habe, konnte ich mir einen guten Einblick verschaffen, was die afghanische Gesellschaft bewegt, wie der Bürger auf der Straße den internationalen Einsatz und die so genannte Hilfe sieht.

Dazu zunächst einige allgemeine Informationen:
In Afghanistan leben auf einer Fläche von 652.225 km² 28,4 Mio. Einwohner.
Das ergibt eine Bevölkerungsdichte von 38 Einwohnern pro km².
Der Großteil der Bevölkerung lebt in den wenigen großen Städten wie zum Beispiel Kabul.

Seit 2001 engagiert sich die internationale Gemeinschaft in Afghanistan
Humanitär und sozial hat sich fast nichts verbessert.
Die NATO hat mehr als 800 Milliarden Dollar sozusagen aus dem Fenster geworfen.
65 Prozent der Menschen haben immer noch keinen Zugang zu ärztlicher Versorgung.
Die Lebenserwartung ist dementsprechend niedrig bei etwa 40 Jahren.
70 bis 75 Prozent der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Ein Schlüssel zu einer besseren Zukunft ist mehr Bildung, hier ist die Tendenz aber eher rückläufig.

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Februar 27th

Allgemein

Discounter

 

Discount – herabsetzen – Kosten und Preise herabsetzen. Leider werden auch die Menschen und Arbeitsverhältnisse herabgesetzt/entwertet, wie man an diesen Beispielen der Produktion "ALDI – Mutter aller Discounter" sehen kann.
Aus einer Idee ist "die wirtschaftliche Glaubenslehre der Kostenrechner" geworden, die gerade auch den arbeitenden Menschen als den variabelsten und flexibelsten Kostenfaktor sieht (Wir bemerken heute überall die Auswirkungen dieses inhumanen und unsinnigen Denkfehlers).
Das "Schwarzbuch ALDI" gibt neben dem "Schwarzbuch LIDL" und "SCHLECkER" viele Ansatzpunkte zur Kritik an der Behandlung von erwachsenen Menschen, die sich, aufgrund von vielen Beispielen, stets wie gemaßregelte Kinder in ihren Arbeitsverhältnissen behandeln lassen müsssen.

Die Selbstorganisation der MitarbeiterInnen durch Betriebsratsgründung und der Protest wird mit allen Mitteln verhindert. Hier wird das System Discounter weitestgehend erklärt. Viele haben dieses profitable System und diese Organisation der billigen und oft ungesunden Fremdversorgung für große Bevölkerungsschichten kopiert.
Lidl (Dieter Schwarz) scheint auf den ersten Blick noch größer und weit verbreiteter zu sein, soll aber derzeit weit höher verschuldet sein als Aldi (Süd, Karl Albrecht / Nord, Theodor Albrecht).

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Februar 27th

Videos

Rettet den Rubel !

Keine Angst, wir sind noch nicht dabei, den Euro zu verscherbeln! Der Rubel wird noch nicht unsere neue Währung werden, auch wenn Vladimir Putin gerne die alte Macht der Sowjetunion wieder herstellen würde. King of Europe, wäre das nicht was? Nein, hier geht es um ganz andere Dinge. Es geht schlicht und einfach um unser Portemonnaie. Nicht um die große Politik, sondern vor allem um den Alltag.

Wenn man es geschickt anstellt, ist es möglich, eine Menge zu sparen. Die Erfahrung habe ich vor einigen Tage gemacht. Als ich mit meinem Auto zur Inspektion fuhr, gab es die üblichen schlechten Überraschungen: ein Loch im Auspuff – nicht viel größer als eine Stecknadel! Außerdem müssen der Keilriemen und eine Lenksäule-Manschette ersetzt werden. Ich ließ einen Voranschlag machen und viel prompt auf meinen Hintern. Es sollte 964,69 Euro inklusiv Mehrwertsteuer kosten. Für einen Rentner nicht gerade eine kleine Summe. Als ich noch mein Geld verdiente, hätte ich in den sauren Apfel gebissen.

Heute bin ich vorsichtiger geworden. Ein Freund gab mir die Adresse einer Werkstatt auf dem Land. Telefonat, Kosten-Voranschlag und plötzlich sah die Welt ganz anders aus. Sollte man das Loch im Auspuff schweißen können, würde das Ganze 380,00 Euro kosten. Wenn er dennoch ausgetauscht werden sollte, käme alles zusammen auf 620,00 Euro. Die Differenz ist erschütternd und zeigt, wie wir als Endverbraucher „verarscht“ werden können, wenn wir nicht aufpassen. Das ergibt eine Differenz von 584,69 für die günstigste Lösung. Sauber!

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Februar 27th

Pierre's Meinung