Der Kreuzzug von François Hollande
Die SPD schaut mit Argwohn Richtung Westen. Sie fragt sich, ob der Kandidat der Sozialisten noch alle Tassen im Schrank hat. Mit der Ankündigung, dass François Hollande im Fall seiner Wahl den Steuersatz für Einkommen über einer Million Euro auf 75% erhöhen will, stoßt er bei den deutschen Genossen auf Verblüffung. Das wollen sie einfach nicht mitmachen. Schon die Anhebung der Sätze von 42% auf 49% sorgt für Diskussion.
Was hat den Kandidaten zu einer solchen Äußerung veranlasst? Er will damit die Linken im Land ansprechen. Jean-Luc Mélenchon sammelt immerhin 8% der Wählerstimmen mit seinen radikalen Sprüchen. Hollande weiß, dass er dieses Reservoir anzapfen muss, um den Sieg zu erlangen. Das bedeutet, dass er die Partei sehr weit vom Zentrum weg steuert. Dass er sich keine Hoffnung mehr macht, die Anhänger von François Bayrou für sich zu gewinnen, scheint eine Tatsache zu sein. Also muss mit der Keule geschwungen werden. Dass der Wahlkampf in den Populismus driftet, hat Nicolas Sarkozy mit seinen Referendum-Projekten angezettelt. Kein Wunder, dass François Hollande nicht anderes übrig bleibt, als sich auch in dieser Weise zu profilieren und sich dem Volk anzupassen.
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