Archive for Februar, 2012

Der Kreuzzug von François Hollande

Die SPD schaut mit Argwohn Richtung Westen. Sie fragt sich, ob der Kandidat der Sozialisten noch alle Tassen im Schrank hat. Mit der Ankündigung, dass François Hollande im Fall seiner Wahl den Steuersatz für Einkommen über einer Million Euro auf 75% erhöhen will, stoßt er bei den deutschen Genossen auf Verblüffung. Das wollen sie einfach nicht mitmachen. Schon die Anhebung der Sätze von 42% auf 49% sorgt für Diskussion.

Was hat den Kandidaten zu einer solchen Äußerung veranlasst? Er will damit die Linken im Land ansprechen. Jean-Luc Mélenchon sammelt immerhin 8% der Wählerstimmen mit seinen radikalen Sprüchen. Hollande weiß, dass er dieses Reservoir anzapfen muss, um den Sieg zu erlangen. Das bedeutet, dass er die Partei sehr weit vom Zentrum weg steuert. Dass er sich keine Hoffnung mehr macht, die Anhänger von François Bayrou für sich zu gewinnen, scheint eine Tatsache zu sein. Also muss mit der Keule geschwungen werden. Dass der Wahlkampf in den Populismus driftet, hat Nicolas Sarkozy mit seinen Referendum-Projekten angezettelt. Kein Wunder, dass François Hollande nicht anderes übrig bleibt, als sich auch in dieser Weise zu profilieren und sich dem Volk anzupassen.

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Februar 29th

Pierre´s Special

Andrea Mohr: Schlechte Frauen…

Andrea Mohr, Pixie

 

„Schlechte Frauen sind die Art Frauen, deren man nie müde wird.“
(Oscar Wilde)

Dieser erste Kunde wollte die schwarzhaarige Eva für ein paar Stunden in Frankfurt buchen, dafür gab er mit heißerer Stimme ein komplettes Drehbuch vor. Eva, die eher den Vamp Typ mit Lack auf den Fotos im Internet darstellte, sollte zu ihm kommen als seine Sekretärin, die eine bestimmte Arbeit für ihn, ihren tollen Boss erledigt hatte, die sie nun vorbeibringe, aber mit Verspätung. Deshalb sollte sie sich bei ihm untertänig entschuldigen, um von ihrem strengen Boss dafür gezüchtigt zu werden.

Im exzentrischen schwarzen Latex-Outfit betrat ich die Wohnung, nein, eigentlich betrat Eva die Wohnung mit ihrer Schwarzhaar Perücke, einem strengen Pagen Haarschnitt. Eva stellte sich vor den Mann, ihren Gast und sagte ihm mit einer leisen, piepsigen Stimme, sie habe sich verspätet und er müsse sie nun dafür ausschimpfen.

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Februar 29th

Allgemein

Berliner Gedanken

Ein Berliner:
Kumpel, was hat dich nach Berlin geführt? Sicherlich nicht unser verdammtes Klima. Der Regen geht mir schon auf die Pelle. Es ist fast immer grau hier; dennoch liebe ich meine Heimatstadt. Wenn du suchst, kannst du viel Sonne finden. Aber sie ist versteckt sich.

Ein Afrikaner:
Wichtig ist, dass sie sich in den Herzen befindet. Als ich als Flüchtling nach Berlin kam, fühlte ich mich zuerst verloren. Ich beherrschte die Sprache nicht. Die Menschen waren mir fremd. Nur durch die Musik lernte ich sie besser kennen. Seitdem fühle ich mich wohler.

Ein Berliner:
Als Jazz-Musiker hast du Zugang zu einer Gemeinde, die von Haus aus dir wohl gesonnen ist. Anders in den Randgebieten unserer Gesellschaft. Hier wirst du oft auf Ablehnung stoßen; auf Ausländerhass; auf Rassismus. Wir spielen die Weltoffenheit, aber ist das ehrlich?

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Februar 29th

Allgemein

Berlin: Day and Night

Youtube: 2009

Ein bißchen Berlin, ein bißchen Nachtleben in Berlin…

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Februar 29th

Videos

Blutspuren

Immer wenn ich nach in Berlin komme, holt mich die Geschichte ein. Beeindruckend, wie diese Stadt sich in ihrer Zerrissenheit bewahrt hat. Die Wunden sind noch immer sichtbar; man spürt sie am eigenen Leib. Blutspuren sind nicht einfach weg zu wischen. Es ist unmöglich sie zu ignorieren. Das verleiht dieser Stadt eine Besonderheit, die kaum wo anders zu spüren ist. Berlin lebt, aber nicht ohne Schmerzen. Immer wieder taucht die Vergangenheit auf und beeinflusst das Geschehen. Meistens unbewusst! Es ist ein Makel, der sich kaum entfernen lässt. Die Einheimischen können die Sau heraus lassen; bis zur Ohnmacht feiern, dieser Hintergrund ist ganz einfach nicht wegzudenken. Das macht die Stadt so faszinierend… aber auch so bedrückend.

Im Gegensatz zu München, wo ich wohne, ist die zeitgenössische Geschichte jeder Epoche sichtbar. Sie wurde nicht unter Putz gelegt. Ist das Masochismus? Oder eine makabre Selbstdarstellung? Schwer zu beantworten. Aber eines steht fest: das Morbide gehört zu Berlin. Ist das Selbstzerstörung? Auf dem ersten Blick könnte man das meinen, aber ist das wirklich so? Ich denke, dass es anders nicht möglich ist. Was über Hundert Jahren hinweg hier passiert ist, entbehrt jeder Vorstellung. Der erste Weltkrieg wurde hier entfacht; das 3. Reich aus der Taufe erhoben; der schreckliche Sturz in die Hölle, und dann der kleinkarierte Kommunismus, der die Stadt in zwei Teile zerriss. Das ist kaum zu ertragen. Meine Tochter, die hier lebt, spürt das bis ins Innerste. Es bedarf sehr viel Kraft. Nicht gerade ein Kinderspiel für sensible Menschen wie sie.

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Februar 29th

Pierre's Meinung

Kanzlermehrheit versagt!

Bei der Abstimmung über das zweite Hilfspaket für Griechenland billigten nur 304 Koalitionsabgeordnete das Vorhaben von Kanzlerin Merkel. 13 Unions-Mitglieder stimmten mit Nein, zwei enthielten sich. Bei der FDP gab es vier Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Die Koalitionsmehrheit lag bei 311 Stimmen. Das zu den Fakten.
Was gestern geschah, ist ein Schritt, der der Regierung Sorgen bereiten sollte. Es bedeutet, dass es ohne die Unterstützung der SPD und der Grünen zu einem Scheitern gekommen wäre. Diese Tatsache kann nicht bagatellisiert werden. Es stellt sich die Frage, ob Angela Merkel noch die volle Unterstützung in ihren Reihen geniest oder ob das nur ein Faux-Pas war.

Gerade in einer so heiklen Sache, wie die Rettung des Euro, sollte Einigkeit herrschen. Das ist vielleicht utopisch in der Lage, in der wir uns befinden. Je näher die Bundestagswahl rückt, desto nervöser werden die Abgeordneten. Sie wissen genau, dass die Hilfe für Griechenland und Co. in der Bevölkerung nicht besonders populär ist und dass sie dafür Rechenschaft ablegen müssen. Es wird ihnen nicht viel nützen, die eingefahrene Strategie zu erklären, da jeder Tag für eine neue Überraschung sorgt. Was heute noch gültig ist, ist am nächsten Morgen Makulatur. Die Bürger werden immer mehr Angst bekommen, ihr Erspartes zu verlieren.
Es geht hier um das Eingemachte; nicht um transkontinentalen Visionen. Damit wird man nicht satt! Das ist die bittere Realität!

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Februar 28th

Pierre's Meinung

Im exklusiven Klub

Der Klubvorstand:
Sieh zu, dass du von hier wegkommst. Schnorrer wie dich können wir nicht brauchen. Wenn du deine Schulden nicht schnellsten begleichst, wirst du ganz einfach raus geschmissen! Kapiert!

Das Mitglied:
Herr Schäuble, sie sollten nicht mit mir so reden. Ich bin kein Fass ohne Boden. Wenn ich Ihnen verspreche mich zu bessern, sollten Sie mir das glauben. Ich bin ein ehrenvoller Mensch und will entsprechend behandelt werden!

Der Klubvorstand:
An der Bar hast du schon Unsummen anschreiben lassen! Das kann so weiter nicht gehen. Ohne Barzahlung gibt es keinen Ouzo mehr!

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Februar 28th

Allgemein

Petra M. Jansen: Wähle 69 69 viermal die 6

Petra M.Jansen - Signet

Wähle 69 69 viermal die 6

Augenringe weggetüncht,
Spuren der Nacht zwischen Frühstücksspeck und Kakao.
Das Telefon ist stumm. Der Schulbus kommt in zehn Minuten.
So lange hatte er auch gebraucht. Heute Nacht am Telefon.
Gleich geht´s einkaufen !
Gummibärchen, Puffreis und saure Zungen und vielleicht
war noch ein kleines Mittagsschläfchen drin.
Viel Zeit war nicht. Um halb elf musste die Tiefkühlkost
eingeräumt sein und Frau Weber – von drei Straßen weiter -
wartete dann auch. 2x pro Woche und schwarz, versteht sich.
Nebenher Schreibarbeiten, Telefonakquise und Seitenpflege online.

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Februar 28th

Ethik

PJ´s 5 Minuten ...

Athen fühlt sich beleidigt

Youtube 2012

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble äußert leise Zweifel, ob Zusagen aus Griechenland auch eingehalten werden. Das bringt den griechischen Staatspräsident Karolos Papoulias auf die Palme. Spardebatte mit schrillen Untertönen Staatschef beschimpft Schäuble Griechenland überspannt den Bogen Das Luxemburger Grollen Griechenland liefert nicht Finanzminister-Treffen fällt aus

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Februar 28th

Videos

Der Türsteher

Vor einem exklusiven Klub steht in der Regel ein muskulöser Mann, der nur ausgewählte Gäste einlässt. Das ist der Türsteher. Er hat die Macht, jeden willkürlich abzuweisen. Eine höchst subjektive Handlung, die mit Recht viele Aggressionen provoziert. Wer möchte schon draußen bleiben? Missachtet werden? Keiner von uns. Das ist echte Diskriminierung.

Welche Kriterien wären wichtig, um zu den Erwählten zu gehören? Der potentielle Gast muss den Eindruck vermitteln, dass er genügend Moneten besitzt, um den Kneipier zu befriedigen. Sein Outfit ist das Visum. Teure Klamotten können nicht schaden. Aber es kommt mehr hinzu: die Herkunft, die Hautfarbe, der Stil. Hier wird es haarig. Ausländerhass macht sich breit. Gewalt kommt zu Tage. Die Abgewiesenen fühlen sich verletzt; werden aggressiv, was durchaus verständlich ist.
„Es geht nur um die Sicherheit unserer Gäste!“, sagen die Verursacher solcher Regeln. Dass sie Ordnung in ihrem Laden bewahren wollen, ist verständlich, aber doch nicht auf diese Art. Das nennt man Ausgrenzung, Rassismus, Beleidigung! Das Spiel der Türsteher ist perfide, verletzend, grausam. Sie fühlen sich wie kleine Chefs und spielen hemmungslos ihre Macht aus. Diejenigen, die rein kommen, fühlen sich geehrt, sind etwas Besseres; die Anderen haben das Nachsehen.
Das spiegelt genau die Gesellschaft wider, in der wir uns befinden!

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Februar 28th

Pierre's Meinung

Darf ein Minister eine Meinung haben?

Was für eine blöde Frage! Selbstverständlich sollte ein Minister das Recht haben, eine eigene Meinung zu vertreten. Das wird sogar von ihm verlangt. Also wäre Hans-Peter Friedrich im Recht, sie zu verkünden? – Nun ja, wie man es nimmt!
„Pierre, fährst du jetzt Schlittschuh mit uns? Wie stehst du dazu?“
Wenn der Innenminister Zweifel gegenüber dem zweiten Rettungspaket für Griechenland äußert, steht er nicht allein da. Nach einer Emnid-Umfrage, die für Bild am Sonntag durchgeführt worden ist, sind 62% der Bürger der Meinung, dass die finanzielle Hilfe im Bundestag abgelehnt werden sollte. Dabei liebäugelt Friedrich mit der Mehrheit, indem er in einer Zeitung schreiben lässt, dass er Hellas zu „einem freiwilligen Austritt“ aus der Eurozone bitten würde. Mit der Drachme würde sich Athen besser erholen! Sehr nachsichtig, der gute Onkel Doktor Friedrich. Dass er damit den Euro noch mehr ins Wanken bringt, scheint ihn nicht so sehr zu berühren.
„Pierre, du beantwortest die Frage nicht!“
OK, ich bin der Auffassung, dass der Minister, seine Meinung im Rahmen des Kabinetts hätte äußern sollen; nicht in der Öffentlichkeit. Und wenn er sich nicht bei seinen Kollegen hätte durchsetzen können, wäre es durchaus in Ordnung gewesen, dass er seinen Hut nimmt. Das hätte Stil gehabt! Aber nein, das hat er bisher nicht getan. Man verzichtet nicht gern auf die Macht! Er sollte aber keinen Dank erwarten für sein unsolidarisches Verhalten.

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Februar 27th

Pierre´s Special

Karl Feldkamp: Immer dasselbe…

Karl Feldkamp

 

Immer dasselbe und doch ganz neu

Welcher Autor und welche Autorin will sich schon dem Vorwurf aussetzen, wieder einmal einem Klischee verfallen zu sein? Mit größter Sicherheit setzen sich ihm immer wieder Liebeslyriker und- prosaiker aus.

Heiße Küsse, fordernde Zungen, ihre im Lichte des Vollmonds glänzende samtweiche Haut, sein markantes Gesicht, ihr willenloses Hinsinken, seine wunderschönen zärtlichen Pianistenhände, ihre knospenden Brüste und sein lautes Aufstöhnen unmittelbar vor dem Vulkanausbruch, bei dem er schließlich in ihr explodiert und ….

Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen und beschriebe dennoch immer nur das „Eine“ auf die mehr oder weniger übliche Art.

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Februar 27th

Karl Feldkamp