Archive for day Januar 12th, 2012

„Mehr Respekt!“

Wenn der italienische Ministerpräsident Mario Monti um mehr Respekt seitens der EU-Partner und der Banken bittet, verweist er auf ein Grundproblem, das die Finanzkrise verursacht hat: die Frage, welche Verantwortung das Volk überhaupt trägt. Die Mehrzahl der Bevölkerung in Italien, wie übrigens auch in Griechenland, fühlt sich von den vorigen Regierungen düpiert und ist immer noch der Auffassung, dass sie hilflos waren.

Genau so war das nun auch wieder nicht, auch wenn ich viel Verständnis für diejenigen habe, die heute die Zeche bezahlen müssen. Haben sie nicht in ihrer Mehrheit jahrelang immer wieder einen Politclown wie Berlusconi gewählt? Ein Hasardeur, dem es an Seriosität mangelte. Ein Beweis dafür, dass die Bürger sich nicht ganz einfach nur als Opfer darstellen können. Das Urteil der Urnen haben sie getragen und sollten sich heute darüber bewusst sein. Das ist der Preis der Demokratie. Die alleinige Schuld auf die Regierenden zu schieben ist auch in diesem Fall eine Verzerrung der Realität.

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Januar 12th

Pierre´s Special

Lars Anders: Wahre Kunst

Wahre Kunst

Das monotone Stampfen der Maschinen hallte durch das weitläufige Fabrikgebäude. Einem kuriosen Ballett gleich bewegten sich die um das Fließband herum verteilten Industrieroboter, als ob sie zu einer imaginären Sinfonie tanzen würden. Auch ich war Teil dieser mechanischen Choreographie, obwohl Blut und nicht Hydraulikflüssigkeit durch meine Adern floss. Seit Stunden stand ich nun schon am Fließband und führte wie in Trance in regelmäßigen Abständen die immer gleichen Handgriffe aus. Das elektrische Fauchen der Servomotoren und meine stumpfsinnige Arbeit hatten einen geradezu hypnotischen Effekt auf mich. Eine bleierne Schwere schien auf meinen Gedanken zu lasten. Jede Regung, die nichts mit meiner Arbeit zu tun hatte, wurde im Keim erstickte. Ich war nur noch ein anonymes Zahnrädchen in einer seelenlosen Maschine.

Wieder lief ein Rucken durch das Fließband. Wieder kam eines der chromglänzenden Autoteile vor mir zum Stillstand. Wieder griff ich mechanisch nach meinem Akku-Schrauber, um den vor mir stehenden Karosserieteil ein weiteres Element hinzuzufügen. Fünf Handgriffe später trat ich zurück, um darauf zu warten, dass das Fließband mir das nächste Karosserieteil in meinen Arbeitsbereich fuhr. So, wie ich es heute bestimmt schon hunderte Male gemacht hatte. Das Fließband war der Herzschrittmacher meines Arbeitslebens.

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Januar 12th

Kurzgeschichten

Lars Anders

Treffen mit einem Dogmatiker

Der Journalist:
Bedeuten Dogmen nicht einen Stillstand? Zwingen sie uns nicht in ein Korsett, in dem das Denken verpönt ist? Ich muss zugeben, dass ich vor den Dogmen Angst habe. Sie greifen meinen Verstand an und verhindern, dass ich frei handeln kann. Ich möchte mich nicht einvernehmen lassen!

Der Dogmatiker:
Wir zwingen niemand, sich zu fügen. Wer aber sich für ein Dogma entscheidet, sollte es ohne Druck tun. Dann ist es aus meiner Sicht völlig normal, dass der Anhänger sich an die Regeln hält. In den meisten Fällen geht es um Tradition, ohne Willkür. Sie sind ein Hinweis für eine bestimmte Lebensführung.

Der Journalist:
Auch wenn alles normal läuft, empfinde ich die Dogmen als Relikte der Vergangenheit. Sie versperren sich oft dem alltäglichen Leben mit all seinen Widrigkeiten. Kurzum, ich empfinde sie oft als weltfremd!

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Januar 12th

Allgemein

Peter Reuter: Das Geheimprotokoll

Das Geheimprotokoll über Machenschaften und Flucht des CW aus B…

Tja, meine Damen und Herren, was hat er nun gesagt und was hat er nicht gesagt – diese beiden Fragen bewegen unsere Republik auf heftige Art und Weise. Verzeihen sie mir, dass ich den Namen von „ER“ nicht nennen werde. Ich habe überhaupt keine Lust, von dem, von dem sie wissen, wen ich meine, am Abend einen Anruf zu erhalten und anschließend nach der Rechtsschutzpolice zu kramen und festzustellen, Auseinandersetzungen mit Herrn W. aus B. sind vom Versicherungsschutz ausdrücklich ausgenommen. Sicherlich fragen sie sich jetzt, wie ich auf eine solch aberwitzige Idee kommen kann, was ich damit bezwecke.

Ich sage es ihnen im Vertrauen. Mir wurde ebenfalls ein Protokoll zugespielt – aus B. – und ein Herr W. kommt auch darin vor. Als wenn das nicht schon alleine schlimm genug wäre. Nein, es handelt sich nicht um den Mitschnitt von Telefongesprächen, nein, darum geht es nicht. Scheinbar, und das meine ich ernst, scheinbar handelt es sich um Aufzeichnungen aus Wohnräumen. Es ist unglaublich, wir hören quasi live in die Wohnräume eines Herrn W. in der besagten Stadt. Was sagen sie dazu…

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Januar 12th

Allgemein

Das Verdammnis der Dogmen

Wer sich in Dogmen einkapselt, verwehrt sich jeder Weitsicht und bleibt stehen. Solange es nur eine Person betrifft, die sich für solch ein Vorgehen entscheidet, wäre der Schaden von geringer Wirkung. Aber das reicht den Dogmatikern nicht. Sie empfinden immer das Bedürfnis, missionieren zu müssen. Da sie in einem Schema gefangen sind, sind sie nicht in der Lage, zuzuhören und das führt unwiderruflich zur Gewalt.

Da sie immer Recht haben, empfinden sie nicht den Drang, sich zu öffnen. Im Gegenteil. Jeder der sich ihrem Willen widersetzt, wird als abtrünnig betrachtet. Das führt zur Diskriminierungen und letztendlich kann das auch einen Massenmord verursachen.

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Januar 12th

Pierre's Meinung