Pierres erste Kommentare
rrweg Afghanistan
(18. November 2010)
Die Meldung über einen möglichen Terroranschlag in der Bundesrepublik erweckt bei mir gemischte Gefühle. Zuerst die Fragen über die Motivation eines solchen Vorhabens. Was könnte man uns vorwerfen: eine christliche Gesellschaft zu verteidigen? Den Islam zu diskriminieren? – Das spielt sehr wahrscheinlich eine gewisse Rolle, aber nicht die entscheidende. Eher schon der unglückliche Einsatz in Afghanistan. Die Frage, was wir dort zu suchen haben, muss gestellt werden. Es wird immer wieder behauptet, dass es um den Kampf gegen den Terrorismus geht. Das mag stimmen, aber das Verhalten der Truppen schürt noch mehr Hass. Das muss man akzeptieren und darf sich nicht wundern, dass wir auf der Beliebtheitsskala nicht oben stehen!
In dieser Situation ist es strategisch logisch, dass die andere Seite versucht, den Krieg nach Europa zu exportieren. Das funktioniert aber nicht mit der Landung einer „Talibanarmee“ an den europäischen Küsten oder durch die Bombardierung unserer Städte. Ein Heer in der klassischen Form gib es in Afghanistan nicht! Dort wird ein Partisanenkrieg geführt; in der westlichen Welt könnte er nur durch Attentate fortgesetzt werden. Kein Wunder also, dass bei uns Alarm geschlagen wird!
Bedenken kommen bei mir auch hoch, wenn es um die Form des Einsatzes im Kundusch geht. Mit klassischen militärischen Mitteln gegen die Guerilla zu kämpfen ist sinnlos. Das hat in eklatanter Weise der Algerien-Krieg gezeigt. Trotz Überlegenheit der französischen Armee war die Niederlage von Anfang an vorprogrammiert. Einen Schattenkampf durchzuführen, ist nahezu unmöglich, wenn man als Fremder im Einsatz ist. Aus diesem Grund werden die westlichen Mächte in Afghanistan scheitern und der Terrorismus wird weiter sein Unheil verbreiten!
Deshalb sollten die deutsche Verbände abgezogen werden! Bedeutet das, sich alles gefallen zu lassen? Nachzugeben? Feige zu sein? – Nein! Vielmehr die Erkenntnis, dass der Kampf anders fortgeführt werden muss! Wer effektiv sein will, muss im Untergrund agieren. Es bedeutet, Agenten in die Reihen der Islamisten zu schleusen. Das ist bereits der Fall, aber müsste verstärkt werden.
Politisch betrachtet ist der Afghanistankrieg kontraproduktiv. Er hat die Destabilisierung Pakistans beschleunigt und eine anti-westliche Stimmung in der moslemischen Welt verstärkt. Sehr viele Menschen verstehen nicht, wofür wir kämpfen. Für die Freiheit? Um neue Märkte zu erobern? Vielleicht war ex-Präsident Horst Köhler zu ehrlich, aber er hat sicherlich die Wahrheit gesagt! Es geht allein um Macht- und Wirtschaftspolitik! Das mag legitim sein, aber sollte wenigstens effektiv sein. Afghanistan ist das eklatante Beispiel einer Fehlinvestition.
Wie es richtig gemacht wird, zeigen uns die Chinesen in Afrika! Eine hemmungslose Ausbeutung ohne militärische Waffen einzusetzen!
- Was sie dort tun, ist nicht schön, aber effektiv!
pm
Am Ende der Rampe: der Gentest !
(17. November 2010)
Nein, Dr. Mengele steht nicht am Ende der Rampe, aber PID, die Präimplantationsdiagnostik. Es geht auch hier um eine Selektion. Gengeschädigte Zellen sollen aussortiert werden. Damit soll vermieden werden, dass behinderte Kinder auf die Welt kommen. Vom rein gesundheitlichen Standpunkt betrachtet, gibt es Argumente, die für solche Maßnahmen sprechen. Die Befürworter behaupten, dass dadurch Abtreibungen vermieden werden könnten. Das ist von der Logik her richtig. Aber es ist auch ein Eingriff in das Leben, eine Manipulation, die zur Eugenik führen kann. Von Sparta bis heute hat die Menschheit immer wieder versucht, die Natur zu beeinflussen. Es sollten Wesen entstehen, die stärker, intelligenter und lebenstüchtiger sein sollten als der Durchschnitt: Übermenschen, die Untermenschen beherrschen sollen! Das Dritte Reich lässt grüßen! Die Befürworter von PID werden laut protestieren! „Nein, so ist es nicht gemeint. Wir verurteilen jede Art von Diskriminierung!“
Und doch wäre das der erste Schritt einer Auslese, die zwangsläufig zu Auswüchsen führen könnte.
- Warum?
Es liegt im Interesse der Gesellschaft, gesunde Wesen „zu produzieren“. Sie verursachen weniger Probleme. Wer sich mit Behinderten befasst, weiß wie hoch der Einsatz ist, sei es finanziell, praktisch oder seelisch. Und doch haben sie ein Recht auf ein würdiges Leben. Das kann man ihnen nicht verwehren.
Wenn ein Fötus schwer geschädigt ist, wird ein Schwangerschaftsabbruch empfohlen. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn die Überlebenschancen nur mit riesigen Qualen verbunden sind. Aber wo sind die Grenzen? Die Krankenversicherer werden plädieren, dass alle Problemfälle ausgemustert werden sollten. Wenn die Diagnostik auf Diabetes hinweist, wird Druck auf die Familie ausgeübt: „Wir können dieses Kind nicht übernehmen. Haben Sie dafür Verständnis!“
Mit PID wäre das eine offene Tür zu einer drastischen Selektion aus wirtschaftlichen Gründen. Ist das zulässig? – „Auf keinen Fall“, werden die Befürworter sagen, aber sie werden sie kaum ausschließen können.
Wenn man einmal darauf achtet, was behinderte Menschen leisten können, kann man nur laut gegen solche Praktiken protestieren. Behinderte sind in vielen Fälle eine Bereicherung für die Gesellschaft. Wer sich mit Recht gegen die Euthanasie stellt, kann PID nicht akzeptieren. Wer für das Leben spricht, darf die Natur nicht manipulieren!
Ja, ich gebe gern zu, ich bin in diesem Fall sehr konservativ. Ethik kann meiner Ansicht nach nicht nach Gusto umgebogen werden. Wenn man die Tür einen Spalt weit öffnet, ist es unmöglich zu vorherzusagen, wohin die Reise führen wird. Wo sind die Grenzen? Was ist zulässig oder nicht?
Niemand kann darauf eine befriedigende Antwort geben!
pm
Parteitag, Du nervst! (16. November 2010)
Immer das gleiche Ritual: herbe Sprüche werden geklopft. Der politische Gegner wäre an allem Schuld, wäre unfähig, die Zügel der Macht straff zu halten. Und dann der Weihrauch, die Erkenntnis, dass man ein Segen für das Volk ist. Natürlich gehört auch ein wenig Selbstkritik dazu, nicht wahr, Frau Merkel? Es ist nicht so glatt gelaufen, aber trotz allem, sind wir die Besten! Und die miesen Umfragen? „Der Bürger hat noch nicht kapiert, was er an uns hat!“ Es ist Rede von schlechter Kommunikation, von bösen Journalisten, die die Wahrheit manipulieren. Es wären die verkappten Linken, die alles in den Dreck ziehen! Jubel bei den Delegierten! Diese Rhetorik spricht in ihrem Sinn! Wenn man die Hosen voll hat, sind Durchhalteparolen ein probates Mittel, die Realität zu ignorieren! Es geht um den Wahlkampf! – Und der Verstand? Mit ihm lässt sich keine Macht gewinnen. Wird das Volk für so dumm gehalten? Ist nur die Brechstange in der Lage, den Bürger zur Räson zu bringen? Das scheinen sie zu denken, die Parteimitglieder!
- Parteitag, du nervst!
Haben jene, die sich für Politiker halten, nicht gemerkt, dass sich in der Republik etwas verändert hat? Dass Menschen auf die Straße gehen, um Gehör zu finden? Es sind bei weitem nicht nur Chaoten, das hat Stuttgart 21 bewiesen. Eine Botschaft, über die die regierenden Parteien ein wenig nachdenken sollten. Immer deutlicher stellt sich die Frage, ob die Volksvertreter wirklich das Volk vertreten? …scheint nicht mehr ganz der Fall zu sein! Augen zu, Ohren zu, Maul auf und mit dem Kopf durch die Wand. Was da unten geschieht, rührt die Delegierten nicht. Und dazu Applaus, noch einmal Applaus, immer mehr Applaus, egal was passiert. Zum Nachdenken fehlt die Zeit!
- Parteitag, du nervst!
Bei solchen Veranstaltungen geht es nur um eines: die Karriere von Einzelnen. Wenn sie nach oben kommen wollen, müssen die Parteifunktionäre bei Laune gehalten werden. Sie müssen frohe Botschaften überbringen, Plakate kleben, die Passanten mit Blumen, mit Luftballons oder Kugelschreibern beglücken. Ein stressiger Aufwand im Namen der Eitelkeit! – Und die Inhalte? Davon verstehen sie sowieso nichts und halten lieber die Klappe! Ihre Rolle ist die von Papageien: einfach nach zu plappern, was die große Vorsitzende von sich gegeben hat! Aus diesem Grund sind sie nach Karlsruhe gefahren! Wie eine verkratzte Schallplatte wiederholen sie ständig die gleichen Banalitäten, mit dem tiefen Glauben, Gehör zu finden. Wie lange noch? Auch das „Fußvolk“ hat ein Hirn und will nicht mehr alles schlucken, was man ihnen serviert. Haben die Delegierten das übersehen?
- Parteitag, du nervst! pm
Leben auf Abruf! (15. November 2010)
Mit dem Tatort „Die Unsichtbare“ hat die ARD das Schicksal der Flüchtlinge ohne Papiere aufgegriffen. In beeindruckender Weise wurde das Leben von zwei Kindern und ihrer ermordeten Mutter, die nach dem Gesetz nicht existieren dürften, geschildert. Menschen, die ständig Angst haben, erwischt und abgeschoben zu werden. Der Zuschauer wurde gezwungen, sich in ihre Haut zu versetzen und empfindet dabei nur noch Unbehagen.
Darf sich der Staat so gegenüber den Ärmsten der Ärmsten verhalten? Vom strikt humanen Standpunkt aus betrachtet, nein! Menschen in Not muss geholfen werden. Die Lehre der christlichen Nächstenliebe, auf die sich das ganze Abendland bezieht, steht dafür gerade. Selbst wenn eine Unterstützung illegal wäre, muss sie, gemäß dem Evangelium, gewährleistet werden. Da führt kein Weg vorbei! Aber es gibt Befürchtungen, dass immer mehr gestrandeten Menschen bei uns landen, sollten die Vorschriften der Einwanderungspolitik entschärft werden. Sind wir in der Lage, ihnen die nötige Hilfe zu gewähren? Auch die Situation zahlreicher „Legaler“ ist nicht beneidenswert. Viele von ihnen leben am Rande der Armut. Müssten hier nicht Prioritäten gesetzt werden? Die Politik will die Voraussetzungen dafür schaffen, dass für potentielle Flüchtlinge Deutschland keinen Reiz mehr bietet. Die EU-Grenzen sollen abgeriegelt werden! – Reine Illusion! Es ist unser Wohlstand, der wie ein Magnet wirkt. Jede Art repressiver Haltung, sie sich vom Hals zu halten, ist sinnlos angesichts der Misere, die in den Drittländer herrscht.
„Die Unsichtbaren“ haben trotz scharfer Gesetzgebung bei uns mehr Chancen als zu Hause. Was nun? Der Gedanke, die Entwicklungshilfe drastisch zu erhöhen, ist gut aber braucht viel Zeit. Die Probleme, die die illegale Einwanderung mit sich bringt, können weder kurz- oder mittelfristig in den Ursprungsländer geregelt werden. Deshalb sollte alles unternommen werden, um den Illegalen, die bereits hier leben, eine Frist zu gewähren, in der sie und ihre Kinder ausgebildet werden könnten. Bedingung wäre: eine geplante Rückkehr in ihrer Heimat. Es wäre eine Lösung, die sowohl dem Staat als auch den Ausgebeuteten zu Gute kommen könnte. Es bedeutet für die Emigranten mehr Würde! Und für diejenigen, die deren Elend schamlos ausnützen, wäre die Ausbeutungsquelle endlich trocken gelegt! Das könnte für ein Exportland wie Deutschland die Möglichkeit sein, neue Märkte anzuschließen. pm
Erfolgsdrang macht krank! (14. November 2010)
Es ist ein Jahr her, dass der Torhüter Robert Enke sich vor eine Eisenbahn warf. War es einzig der Leistungssdruck, der ihn zum Selbstmord brachte? Sicherlich nicht nur, aber die ständige Pflicht, immer der Beste zu sein, ist unmenschlich. In unserer auf Erfolg getrimmten Gesellschaft wird oft vergessen, dass auch Niederlagen notwendig sind, um sich seelisch weiterentwickeln zu können. Materialismus ist bei weitem nicht der Maßstab, an dem sich die Gesellschaft messen sollte. Das tut sie leider weitgehend.
Es ist natürlich, dass jeder von uns durch seine Leistungen beachtet werden will. Aber die Frage stellt sich, was Leistung überhaupt bedeutet? Das ganze Schulsystem ist eher quantitativ angelegt. Wenn ein Schüler unter der Last der Aufgaben fast zusammenbricht, ist das systemkonform. Das Programm wird mit Übermaß vollgestopft. Für Reflexion bleibt kaum noch Zeit. Welcher Erwachsener wäre bereit, 12 bis 14 Stunden pro Tag zu arbeiten? Dazu kommt eine Freizeit, die ihren Namen nicht verdient. Auch hier muss „geleistet“ werden. Indem der Tagesablauf ausgefüllt wird, kommt der Mensch nicht auf schlechte Gedanken. Das hat Methode und dient letztendlich den Machthabern, sei es in der Wirtschaft oder in der Politik. Wie im Fußball zählt nur der numerische Erfolg! Keine Zeit, um Hintergründe besser zu verstehen. Denkende Wesen können zu potentiellen Chaoten werden und dass wollen wir nicht…, nicht wahr?
Unter dieser Prämisse ist es nicht verwunderlich, dass sensible Menschen ihrer festen Stand verlieren. Allein der Kampf, seinen Arbeitsplatz zu erhalten, wird unerträglich. Die Angst zu versagen, den absurden Ansprüchen nicht Herr zu werden, führt zum Ungleichgewicht und letztendlich zur seelischen Krankheiten. Aber sie sind verpönt, wie wir alle wissen und passen einfach nicht in unserer „Hochglanz-Gesellschaft"! „Geben Sie sich einen Ruck, Maier, und leisten Sie sich besser an!“ „Jawohl Chef, wie Sie wollen Chef, zu Ihren Diensten Chef!“ Ein adäquates Verhalten, das als Erfolgsrezept hochstilisiert wird! Flexibilität ist alles! Wer sich anpasst, erreicht sein Ziel; wer nicht, kommt unter die Räder! pm
"Arbeitslosigkeit bei Älteren steigt drastisch“ (Süddeutsche Zeitung vom 13. November 2010)
„Die 60 bis 64jährigen sollen arbeiten!“
Leicht gesagt! Die Zahl derjenigen, die keinen Job mehr haben, hat sich seit 2007 vervielfacht! In Deutschland ist man ganz einfach noch nicht zum Schluss gekommen, dass aktive Senioren sehr viel beitragen können. Jede Altersgruppe liefert ihren Beitrag: die Junioren, die Frische, den Mut; die Senioren die Besonnenheit, die Erfahrung. Vom betriebswirtschaftlichen Standpunkt betrachtet ist die Entsorgung der Alten eine Fehlrechnung. Kapital wird einfach auf die Müllhalde geworfen! Jahrelange Praxiserfahrung wird ohne Grund abgeschaltet. Einfach so! Haben die Bosse da vielleicht etwas übersehen?
Mit der Rente ab 67 wird sich die Lage noch verschärfen. Es ist eine Illusion zu glauben, dass damit ein Wunder stattfinden wird. Die Wirtschaft wird weiter rationalisieren und Ihrte Produktion in Billig-Länder auslagern. Es ist zu befürchten, dass dadurch die Kaufkraft der älteren Leute drastisch sinken wird. Das bedeutet weniger Steuereinnahmen. Was auf Kosten der Senioren bei der Rente eingespart wird, wird schwerwiegende Konsequenzen für den Markt haben. Mit Harz IV ist nichts zu verdienen! Was wären die Lösungen? Zuerst sollte das Rentenalter wieder auf 65 zurück geschraubt werden. Dann müsste der Staat den Betrieben helfen, die Senioren fördern. Die Anderen sollen blechen! Das Los von Millionen Menschen kann einfach nicht ignoriert werden. Den Unternehmen allein kann diese Pflicht nicht überlassen werden. Die Politik hat ein Fürsorgepflicht, die sie nicht mehr erfüllen will. „Augen zu und durch! Dieses Problem wird sich schon lösen!
Die Alten? – Je eher sie krepieren, desto besser!“ – Liberale Gedanken in Reinform! pm
Hurra, die Gesundheitsreform kommt! (12. November 2010)
Freuen wir uns doch: endlich dürfen wir mehr Geld für unsere Gesundheit bezahlen!
Bedeutet das, dass wir wertvoller geworden sind? Was teuer ist, ist edel, nicht wahr? Da wir bessere Menschen als unsere Nachbarn sind, haben wir das große Privileg, viel mehr Geld für gleichwertige Medikamente auszugeben!
„Schon gut, Herr Minister, Sie wollen die Pharmaindustrie zur Vernunft zwingen!“ Das klingt verlockend, aber die Konzerne werden die Herstellungskosten festlegen, die dann von einer so genannten „unabhängigen Kommission“ begutachtet werden. Dann wird mit den Kassen verhandelt. Daraus entsteht der Verkaufspreis.
„Wollen Sie uns für dumm verkaufen, Herr Minister? Die Industrie braucht nur die Latte höher zu legen und dann ist alles Paletti. Ohne eine interne Kostenkontrolle wird sie Narrenfreiheit haben! Der Weg zu einer „Zwei-Klassen Medizin“ ist damit geebnet!“ Die Reichen kaufen sich ihren Schmuck in Edelschuppen, die Ärmeren im Kaufhaus! Das Gleiche wird für die Gesundheit gelten. Wer die Moneten hat, bekommt den entsprechenden Service; wer sie nicht hat, muss halt krepieren! Im Klartext: er bekommt minderwertigere Medikamente.
Super, damit wäre auch das Rentenproblem gelöst! Um den Prozess zu beschleunigen, könnte man die mittellosen Alten nach Haiti schicken, um sie zu entsorgen. Die Malaria würde den Rest besorgen! Wer Deutschland vorzieht, wird noch tiefer in die Tasche greifen müssen. Und die Pharmaindustrie? Sie wird noch höheren Dividenden ihre Aktionären in den Rachen schmeißen können. – Ist ja logisch! Sie wollen schließlich gesund bleiben. pm
"Betrüger schröpfen Holocaust-Fonds“ (Süddeutsche Zeitung vom 11. November 2010)
Die Antisemiten werden sich freuen! „Was habe ich Ihnen gesagt! Die Juden sind Betrüger!“
Dass es Kriminelle in jeder Gesellschaftsschicht gibt, wird von diesen „Moralpredigern“ nicht in Betracht gezogen. Sobald ein Pauschalurteil gefällt ist, finden Ausgrenzungen statt. Aber, nicht jeder Bayer trägt eine Lederhose, nicht jeder Franzose eine Baskenmütze! Es ist mehr als bedauerlich, dass Gelder, die für Holocaust-Entschädigungszahlungen vorgesehen waren, entwenden worden sind. Die Opfer wurden betrogen! Alte Menschen, die kaum noch über die Runde kommen. Gebrochene Menschen, die nie mehr die Kraft fanden, ihre schreckliche Vergangenheit zu verarbeiten. Solidarität wäre angebracht gewesen! Aber…
Im karitativen Bereich sind solche Botschaften keine Seltenheit. Es ist kaum erträglich, dass gerade ausgerechnet die Ärmsten immer wieder gerupft werden. Gier kennt keine Grenzen, nur so ist das zu erklären. Was haben sich die Betrüger dabei gedacht? Wahrscheinlich, dass Geld nicht stinkt, egal woher es kommt! In diesem Fall aus Deutschland, als Wiedergutmachung für Auschwitz, Theresienstadt oder Buchenwald. Ein übles „Geschäft“ auf Kosten der Vergasten, der Gefolterten, der Gequälten… Kaum zu glauben, aber leider wahr! Übrigens: heute ist Karnevalsbeginn! – Lust zu feiern? pm
Anschlag gegen Christen in Bagdad (10.November 2010)
Ein Tag nach dem Gedenktag an die Novemberpogrome im Jahre 1938 gegen Juden wurde ein Anschlag gegen Christen in Bagdad verübt. Sechs Menschen starben! Juden, Christen und Moslems haben nur einen Gott und immer noch wird in seinem Namen gemordet. Das hat allerdings nichts mit dem Glauben zu tun. Unter dem Vorwand religiöser Interpretationen wird Machtpolitik geübt. Es geht um alles andere, als um die Suche nach inneren Werten. Wenn die Religionen sich zu sehr in die Tagespolitik einmischen, sind sie in Gefahr, manipuliert zu werden.
Die heutige Gewalttat ist ein blutiges Beispiel, das nur in Hass münden kann. Deshalb sind wir für eine klare Trennung zwischen Staat und Religionen. Was im Irak passiert, hat sich in der Geschichte ständig wiederholt, egal ob es sich um Christen, Juden oder Moslems gehandelt hat! Eine Tatsache, die zum Nachdenken einlädt!
PM
"Zentralrat der Juden droht Alfred Grosser" (Süddeutsche Zeitung vom 9.11.2010)
Dem deutsch-französischen Politologen Alfred Grosser droht ein Eklat während seiner Rede in der Frankfurter Paulskirche anlässlich der Reichspogromnacht 1938. Der Vizepräsident des Zentralrates der Juden, Dieter Graumann, hat angekündigt: „Wenn er mit einer Tirade gegen Israel beginnt, gehen wir raus!“
Einmal wieder wird jede Art von Kritik gegenüber Israel als antisemitisch angesehen. Und das ausgerechnet von einem Mann, der 1933 aus Deutschland wegen seiner jüdischen Herkunft auswandern musste. Diese pauschale Beurteilung finde ich schockierend. Man kann durchaus einen politischen Zustand verurteilen, ohne dafür seine Herkunft zu verleugnen. Mein Vater, der andere Eichmann, der seine Eltern im KZ Theresienstadt verlor, vertrat ähnliche Meinungen wie Alfred Grosser. Er stand zu seiner Vergangenheit, aber erlaubte sich offen über die politischen Verhältnisse in Israel zu äußern. Er bedauerte die Verquickung von Staat und Religion: „Es schürt nur den Hass, egal um wen es sich handelt!“
Leider hat er recht behalten. Ich teile seine Meinung!
Pierre Mathias, „Der andere Eichmann“, Kwalae-Verlag Landshut
