Interview mit Dirty Harry

Interview mit Dirty Harry (Harry Dirt) im Irish Pub An Sibin, Darmstadt
“Jeder Ton auf meiner Gitarre ist wie ein Fliegen durch die Welten, die niemand sieht.“

Harry, schön, dich hier heute Abend im Irish Kult-Club An Sibin zu sehen. Du bist mit einer drei-Mann-Besetzung und deiner Coverband Foxxy Lady (a tribute to Jimi Hendrix) unterwegs. Warum Hendrix ?
Ich war 12 und habe Hendrix damals im Kino gesehen, seitdem hat er mich beeinflusst. Ich war hellauf begeistert, er hat mich und meine Musik geformt.

Du magst es, als Trio auf der Bühne zu stehen, Harry. Warum gerade in dieser Konstellation?
Foxxy Lady ist eine reine Jam-Band in der Manier der 70er Jahre, mit Handzeichen auf der Bühne. Es ist ein dynamisches Spiel zu dritt, der Gitarrist wird gefordert, der Bassist wird gefordert, der Drummer wird gefordert, du wirst gefordert – die gesamte Spontanität und Virtuosität wird gefordert. Ich liebe diese spontane Art des Zusammenspiels, die Freiraum für Ausdruck und Emotionen lässt. Mit Heiko Sauter an den Drums und Siegmund Koeb – meine treuen und sehr geilen Kollegen – ist das eine tolle Geschichte.

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Dialog mit meinem Murmeltier (6)

Das Murmeltier:
Ihr Menschen solltet euch an uns Murmeltieren ein Beispiel nehmen. Trotz der Hektik der modernen Welt, gönnen wir uns den Winterschlaf. Wir nehmen uns die Zeit, immer wieder zu uns zu finden, mit dem Bewusstsein, dass wir nur auf Miete hier sind. Es geht mir vor allem darum, mit meinem Geist im Einklang zu sein.

Pierre:
Du hast leicht reden, mein Murmeltierchen. Wer jagt dich durch die Existenz? Bist du auf Ansehen angewiesen, um überstehen zu können? In deinem Bau lebst du in Sicherheit. Deine Mitbewohner setzen dich nicht unter Druck. Du hast wenigstens Zeit genug, um nachzudenken.

Das Murmeltier:
Wenn es so idyllisch wäre, würde ich die „Hymne an die Freude“ lautstark singen. Das kannst du dir aber abschminken. Im Sommer leben wir in Gefahr, unsere Feinde haben es auf uns abgesehen. Wenn wir uns zu weit vom Bau befinden, kann es das Aus bedeuten. Der Adler wartet nur auf die Gelegenheit um uns zu entführen und dann zu verspeisen.

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Dialog mit meinem Murmeltier (5)

Das Murmeltier:
Siehst du Pierre, in meinen Bau kann ich mich immer zurückziehen. Wir Murmeltiere schätzen sehr die Ruhe, die uns unsere Bleibe vermittelt. Zeit, über die Menschen nachzudenken und zu versuchen, sie besser zu verstehen.

Pierre:
Ich glaube, dass ihr weniger einsam seid als wir. Wir glauben, unser Glück zu finden, indem wir immer nach etwas Neuem suchen. Oft bleibt uns nicht einmal die Zeit, Wahrnehmungen zu registrieren. Wir sind halt Überflieger und leiden letztendlich sehr darunter.

Das Murmeltier:
Weil ihr von der merkwürdigen Vorstellung eingefangen seid, dass Liebe nur im Leid wirklich erlebt werden kann. Das ist doch ein Widerspruch! Das Schöne sollte nur Wohl mit sich bringen. Siehst du das nicht so, Pierre?

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Petra M.Jansen: Nein!

Nein!

Ein Nein ist ein Nein. Und kein Ja.
Was ist so schwer daran zu verstehen?
Ist mein Nein kein nein? Ist mein Nein ein Vakuum, in dem nichts herrscht?
Eine Blase, eine ungefüllte Blase?
Keine Aussage, die ich ernsthaft spreche?
Rede ich umsonst?
Spreche ich und rede andersrum, meine ich es eigentlich ganz anders?
Warum sage ich es dann nicht einfach?
Aber das tue ich doch und ich sage nein.
Nein, zu etwas, was ich nicht will.
Etwas, was ich nicht mag, nicht kann, nicht darf, nicht habe.
Ganz einfach nicht will.

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Dialog mit meinem Murmeltier (4)

Pierre:
Mit der Leidenschaft ist das so eine Sache. Es ist nahezu unmöglich, sie zu steuern, sie kennt keine Logik, keinen Verstand. Sonst könnte sie nicht bestehen. Das Irrationale bestimmt sie und gibt ihr Leben. Und der Verstand? Er schaltet sich dabei ab!

Das Murmeltier:
Gäbe es nichts Schlimmeres als Leidenschaft erklären zu müssen? Sie überfällt uns, ob wir es wollen oder nicht. Auch wenn wir sie nicht gewähren lassen wollen, nimmt sie uns in ihre Arme und lässt uns nicht los.

Pierre:
Leidenschaft ist immer Liebe, auch wenn es sich um das Kreative handelt. Ein Künstler oder ein Schriftsteller ist ohne sie gelähmt. Das Blattpapier bleibt unberührt, drückt nur Leere aus, wenn sie abhanden geht.

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ADM, s. e.: Uli – z. B.

ADM, s. e.: Uli – z. B.

Kürzl sind was Schönes. Schulkinder und Jugendliche lieben sie, Behörden eben­falls. Sogar eine Kurz-Schrift gibt’s; die erfreut sich allerdings geringerer Beliebtheit.
Die P.A., die Psycho-Analyse, wird hierzu nicht greifen. Dafür sind die Fun­damente dieser Liebe zu unterschiedlich verankert. Schulkinder sind freilich kindlich. Von Behörden lässt sich das weniger behaupten. Zumindest werden sie sich nicht nachsagen lassen wollen, sie seien kindisch. Und der Herr Gabelsberger tät sich im Grab dage­gen verwahren, Steno für kindlich oder gar kindisch zu halten.

Abgesehen davon, P.A. – mit einem Punkt hinter jedem Versal – hat der 'Kürzl-DUDEN' verschlafen. Ohne Punkte füllen die zwei Buchstaben jedoch eine viertel Spalte. Vermut­lich hat sich daraufhin der zuständige Redakteur in eine P.A. begeben müssen. Dort gibt’s keine Punkte; die werden alle zu Flecken breitgebaazt. Die darf er dann analysieren.

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Generation Chaos?

Kennt noch jemand die „Generation Golf“? Das Buch von Florian Illies erschien 2000. Schon eine Ecke her … Amüsant zu lesen, strebt der Autor danach, die zwischen 1965 und 1975 Geborenen historisch einzuordnen. Was prägte uns? Sorgenfreie Jugend, man will nicht mit wirtschaftlichen Problemen kämpfen. Die gab es damals auch schon. Man erinnere sich an die Ölkrisen in den 1970ern. Kein Sprit, am „Autofreien Sonntag“ waren die Autobahnen leer. In den Endsiebzigern und den Achtzigern hatte man keinen Bock mehr, sich mit solchen Phänomenen zu beschäftigen, man ruhte sich auf dem von der Elterngeneration geschaffenen Wohlstand aus. Klima- oder Umweltschutz steckte in den Kinderschuhen. Energieeffizienz war ein völliges Fremdwort.

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Dialog mit meinem Murmeltier (3)

Das Murmeltier:
Nein, ich lasse nicht meine Erotik durch den Kakao ziehen. Sie klebt mir auf die Haut wie Blattgold! Warum sollte ich mich schämen, Pierre? Ich möchte sie deshalb zum Ausdruck bringen, auch wenn sie manchmal falsch verstanden werden kann.

Pierre:
Sie ist Teil von dir! Ich denke, dass ihr Murmeltiere viel vernünftiger damit umgehen könnt als die Menschen, die sich etwas vormachen!

Das Murmeltier:
Der feine Unterschied ist, dass wir uns in der Tierwelt nicht mit einer falschen Moral belasten, wir sind so wie wir sind. Niemand würde auf den Gedanken kommen, mich im Internet anzumachen, weil ich gerne mein Outfit pflege.

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Dialog mit meinem Murmeltier (2)

Pierre:
Hast du nicht Angst, dass du etwas verschlafen könntest? Dass dir die große Liebe abhanden werden könnte?

Das Murmeltier:
Ihr Menschen macht uns Murmeltiere mit eurer Ungeduld verrückt. Es ist schon zu kotzen, welche Show ihr mit der Liebe abzieht. Wie sie in den Medien durch den Wolf gedreht wird, ist sie nicht einmal für einen Hamburger brauchbar. Sie wird in eine fade, ungenießbare Masse verwandelt.

Pierre:
Deshalb überfallen mich bei Facebook zahlreiche alte Schachteln, die von mir ein wenig Erotik geschenkt haben wollen. Liebe ist zur Billigware geworden. Austauschbar. Du Murmeltier, ich habe eine Frage: gibt es bei euch auch Puffs?

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Petra M.Jansen: Gestatten, sie halten einfach mal die Klappe!

Das sitzen sie nun in den Privaten zusammen auf der Couch, die Ex-Schlampe und der Ex-Fritze und hauen sich verbal und öffentlich die Hucke voll. Der Sohn lässt kein gutes Haar an der Mutter, Erziehungsversuche haben hier schlichtweg versagt, er tönt in die Welt hinaus „Mutter, du alte, fette Kuh!“ Fernseher an, zurücklehnen und Hirn abschalten. Sorgfältig lenkt uns die Verblödungsmaschine und wir fressen artig aus der Hand in diesem Land.

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Dialog mit meinem Murmeltier (1)

Das Murmeltier:
Du Pierre, ich schlafe, ohne zu schlafen! Das ist die Eigenschaft eines Murmeltiers. Während ich überwintere, läuft mein Gehirn auf vollen Touren. In der Ruhe schöpfe ich meine Inspiration, Träume werden wach, die sonst nie zustande kämen.

Pierre:
Meinst du damit deine innersten Wünsche? Deine Sehnsüchte?

Das Murmeltier:
Es ist doch wie die Liebe. Sie lässt sich nicht definieren. Sie überfällt dich so über Nacht, ohne dass du dich dagegen wehren könntest. Wir Murmeltiere bleiben davon keineswegs verschont. Um sie aber nicht zu gefährden, verschlafen wir sie manchmal lieber.

Pierre:
Das ist mir zu abstrakt! Soll Liebe nicht erlebt werden und sich wie ein Lauffeuer verbreiten? Glut ist manchmal unsichtbar, aber bei der leichtesten Brise kann sie sich in einer Flamme verwandeln, die nicht mehr zu bremsen ist. So wunderbar oder schmerzlich es auch sein mag, das ist Leben!

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Der freie Mensch

Bei einem Fußmarsch, egal mit welchem Ziel, kommen einem die besten Gedanken. Geht auch mir so; man denkt zunächst an nichts, das Gehirn fängt von selbst an, den einen oder anderen Gedanken zu spinnen. Mag dieser einen vielleicht kurz vorher schon eine Weile als Problem ohne Lösung gequält haben, eventuell trifft einen im wahrsten Sinne des Wortes auch der Geistesblitz.

So ging es mir neulich wieder. Während man so dahinläuft kommt einem der Gedanke, wie schön es doch ist, sich so frei bewegen zu können. Freiheit! Ist sie uns doch garantiert, hier in unserer Gesellschaft, in unserem Land und für die Zeitgenossen. Das war nicht immer so und ist heute auch nicht überall auf der Welt garantiert. Es gibt zu viele totalitäre Regime …

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